Nachtfahrverbot für LKW in Kraft

Dienstag, 06. März 2018

Vertreter der FPÖ Weißkirchen mit dem Leiter der Verkehrsabteilung der BH Wels-Land, Hofrat Mag. Hans Gibitz, bei der Protestaktion am 12. Dezember 2017.

Was lange währt wird endlich gut. Das LKW-Nachtfahrverbot an der L534 trat mit 6. März in Kraft und wurde auch schon von der Exekutive kontrolliert. Somit wurde ein langer Prozess des Verhandelns mit den zuständigen Behörden positiv für unsere Gemeinde abgeschlossen.

 

Dass man im Zentralraum mit viel Verkehr auf Landesstraßen rechnen muss, war allen klar. Doch seit der Eröffnung des Postverteilerzentrums in Allhaming stieg der Schwerverkehr durch den Ort um mehr als 30 Prozent an. Und das, obwohl Weißkirchen umringt von Autobahnen ist.

 

Anfangs wurden Forderungen nach einer Lösung dieser untragbaren Situation belächelt und negative Stellungnahmen im Bewilligungsverfahren schlichtweg ignoriert. Man hatte das Gefühl, als ob eine Beschränkung des Verkehrs einfach nicht gewollt war. Dies alles auf dem Rücken der Anrainer an der L534, die durch den Lärm und die Abgasbelastung einen signifikanten Verlust der Lebensqualität und auch zum Teil gesundheitliche Beeinträchtigungen hinnehmen mussten. An ein Öffnen der Fenster war in der Nacht nicht zu denken. Ein Anwohner beschrieb es mit den Worten: „Als ob ein LKW durch dein eigenes Schlafzimmer fährt.“ Ein untragbarer Zustand.

 

Gutachten spiegelten nicht die Tatsachen wider

 

Es wurden Gutachten durch die Bezirkshauptmannschaft erstellt und Messungen durchgeführt. Diese kamen aber immer zu dem Schluss, dass alles nicht so schlimm wäre als subjektiv empfunden. Doch uns alle beschlich das Gefühl, dass diese Gutachten nicht den tatsächlichen Zustand widerspiegelten.

 

Messstationen wurden gut sichtbar platziert und in eher verkehrsarmen Zeiten aufgestellt – so die einhellige Meinung. Dass ein Nachtfahrverbot – entgegen der Expertisen – doch etwas bringen würde, wusste man spätestens, als die Wasserleitung in der Landesstraße saniert werden musste. Anrainer berichteten von einer massiv reduzierten LKW-Belastung. Als sich dann eine Bürgerinitiative gründete und mehrere Mandatare wieder Schwung in die Sache brachten, hoffte man auf die längst überfällige Umsetzung der Entlastungsmaßnahme.

 

Vom Land Oberösterreich wurde über einen längeren Zeitraum eine genaue Messung mit Wegeverfolgung durchgeführt. So kam man zum Ergebnis, dass wir doch recht hatten und ein Verbot unausweichlich wird.

 

Gegipfelt hat dies in einer Protestaktion am 14. Dezember 2017. Alle politischen Parteien, die Bürgerinitiative und weitere Anrainer sperrten – bei ziemlich schlechtem, kaltem Wetter – um fünf Uhr morgens die Straße. Noch am selben Vormittag bekamen wir die Information, dass unser Infrastruktur-Landesrat Günther Steinkellner die Bezirkshauptmannschaft mit der Durchführung des Verfahrens für das Nachtfahrverbot über 3,5 Tonnen (von 22 bis 6 Uhr) beauftragt hat.

 

Frächtern fehlte anfangs noch die Einsicht

 

 

Seit 6. März ist dieses nun in Kraft und die Anwohner können endlich wieder ruhigere Nächte verbringen. Die Post hat dies „zur Kenntnis genommen“ und darauf hingewiesen, dass es nun bei der Zustellung zu Verzögerungen kommen könnte. Wir glauben, dass sich das mit der Zeit legen wird, da die Autobahn ja direkt neben dem Verteilerzentrum liegt und jedem Frächter ein um wenige Kilometer längerer Weg über die Autobahn zumutbar ist. Um das Verbot auch durchzusetzen, wurde es von der Polizei bereits mehrfach kontrolliert. Lenker wurden auf das Nachtfahrverbot aufmerksam gemacht. Nach einer kurzen Schonfrist werden Verstöße nun auch bestraft.

 

Wir freuen uns sehr, dass wir gemeinsam dieses wichtige Fahrverbot endlich durchsetzen konnten.