{"id":20170,"date":"2024-03-19T12:34:04","date_gmt":"2024-03-19T11:34:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fpoe-ooe.at\/?p=20170"},"modified":"2024-03-19T12:34:04","modified_gmt":"2024-03-19T11:34:04","slug":"mit-naturschutz-unsere-heimat-schuetzen-und-erhalten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fpoe-weisskirchen.at\/fpoeoe2023\/mit-naturschutz-unsere-heimat-schuetzen-und-erhalten\/","title":{"rendered":"Naturschutz: &#8222;Unsere Heimat sch\u00fctzen &#038; erhalten&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t<strong>Unsere Natur- und Kulturlandschaften sind die unverzichtbare Heimat zahlreicher Pflanzen und Tiere, grundlegend f\u00fcr unser Leben auf diesem Planeten. Der Erhalt und Schutz dieser Landschaften, insbesondere in Ober\u00f6sterreich mit seiner einzigartigen Artenvielfalt, ist f\u00fcr das Naturschutzressort essenziell, auch wenn Naturschutz oft im Schatten von Klima- und Umweltschutz steht und daher politische Aufmerksamkeit erfordert, um die \u00f6ffentliche Wahrnehmung angemessen zu lenken.<\/strong><\/p>\n<p>Naturschutzreferent und Landeshauptmann-Stv. Dr. Manfred Haimbuchner betont die Bedeutung des \u201e<em>Schutzes unserer Natur als Heimat, insbesondere durch ihre vielf\u00e4ltige Flora und Fauna, um die Sch\u00f6nheit unserer Landschaft f\u00fcr kommende Generationen zu bewahren.\u201c<\/em> Er hofft auf eine international vernunftbasierte Politik, da aktuelle Herausforderungen, wie widerspr\u00fcchliche EU-Regelungen und oberfl\u00e4chliche Berichterstattung, die Naturschutzbem\u00fchungen erschweren. Konkret spricht Haimbuchner in einer Pressekonferenz die aktuellen Herausforderungen im Naturschutz an und betont:<\/p>\n<p><em>\u201eIch bin jedenfalls nicht bereit, alles, was wir im Naturschutz \u00fcber die Jahrzehnte erreicht haben, nun bedingungslos zu opfern<\/em>!\u201c, kommentiert Landeshauptmann-Stv. Haimbuchner die widerspr\u00fcchlichen EU-Vorgaben: <strong>\u201e<\/strong><em>Viele machen es sich heute einfach, wenn sie unter Berufung auf hehre Ziele lange erarbeitete Erfahrung und damit verbundene Erfolge im Natur- und Artenschutz \u00fcber Bord werfen. Ich hoffe inst\u00e4ndig, dass vor allem international der Fokus wieder auf eine vernunftbasierte Politik gelegt wird, denn die momentane Situation, mit sich widersprechenden EU-Regelungen und dem Propagieren von reinen \u00dcberschriften, erschwert unser Vorhaben unn\u00f6tig&#8220;.<\/em><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><strong>Aktuelle Herausforderungen im Naturschutz<\/strong><\/p>\n<ol>\n<li><strong>Die Erneuerbare-Energie-Richtlinie (RED III)<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Die RED III-Richtlinie, in Kraft seit dem 20.11.2023, birgt f\u00fcr den Naturschutz erhebliche Probleme, da sie vielfach die strengen Schutzvorgaben au\u00dfer Kraft setzt und die Errichtung von Windparks sogar in Europa- oder Vogelschutzgebieten erm\u00f6glicht. Dies untergr\u00e4bt jahrzehntelange Bem\u00fchungen des Naturschutzes und l\u00e4sst nationale Beh\u00f6rden faktisch machtlos gegen solche Eingriffe in die Natur erscheinen. Der hohe Stellenwert, den erneuerbare Energiegewinnung gem\u00e4\u00df der Richtlinie genie\u00dft, scheint die Interessen des nationalen Naturschutzes zu \u00fcbergehen, was eine ernste Herausforderung darstellt.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><strong>Die Wiederherstellungsverordnung im Rahmen des &#8222;Green Deals&#8220;<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Die geplante Umsetzung der Wiederherstellungsverordnung im Rahmen des &#8222;Green Deals&#8220; zielt darauf ab, gesch\u00e4digte \u00d6kosysteme bis 2030 bzw. 2050 wiederherzustellen, obwohl erste Sch\u00e4tzungen zeigen, dass 80 Prozent der europ\u00e4ischen \u00d6kosysteme bereits gesch\u00e4digt sind. Trotz massiven Widerstands und Bedenken hinsichtlich der gesellschaftlichen Auswirkungen und der Umsetzbarkeit wurde die Verordnung beschlossen. Diese Ma\u00dfnahme stellt den Naturschutz vor enorme Herausforderungen, da die Umsetzung mit den vorhandenen Ressourcen und Mitteln als organisatorisch, personell und finanziell nicht machbar erscheint.<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li><strong>Naturschutz vor neuen H\u00fcrden<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Die RED III-Richtlinie und die Wiederherstellungsverordnung stellen den Naturschutz vor neue und gravierende Herausforderungen, indem sie strengen Schutzvorgaben entgegenwirken und unrealistische Ziele vorgeben. Die Umsetzung dieser Richtlinien erfordert erhebliche Anpassungen und Ressourcen, die derzeit nicht vorhanden sind, was eine bedenkliche Situation f\u00fcr den Naturschutz darstellt.<\/p>\n<p><strong>Die ober\u00f6sterreichische Artenschutzstrategie\u00a0 <\/strong><\/p>\n<p>Die &#8222;Artenschutzstrategie Ober\u00f6sterreich&#8220; seit 2010 bildet die Grundlage f\u00fcr Artenschutzma\u00dfnahmen im Bundesland. Mit \u00fcber 650 Zielarten in 21 Tier- und Pflanzengruppen konzentrieren sich die aktuellen Projekte auf den Schutz und die Erhaltung von Lebensr\u00e4umen, um die Vielfalt der Natur in Ober\u00f6sterreich zu bewahren.<\/p>\n<p>Die Umsetzung der Artenschutzprojekte erfolgt in enger Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern, darunter land- und forstwirtschaftliche Betriebe, Gemeinden, NGOs wie dem O\u00f6. Naturschutzbund und weiteren Naturschutzvereinen, sowie gro\u00dfen Unternehmen wie den \u00d6sterreichischen Bundesforsten, der \u00d6BB und der Machland Damm GmbH.<\/p>\n<p>Dank unserer Bem\u00fchungen konnten \u00fcber 2.500 Einzelfl\u00e4chen in ganz Ober\u00f6sterreich identifiziert werden, vor allem Wiesen, Moore und Gew\u00e4sserlebensr\u00e4ume. Der Gro\u00dfteil dieser Fl\u00e4chen wird regelm\u00e4\u00dfig \u00fcberwacht. Etwa zwei Drittel sind durch verschiedene Schutzma\u00dfnahmen langfristig gesichert, darunter Schutzgebiete, Vertr\u00e4ge oder Grundbesitz.<\/p>\n<p>In den letzten 15 Jahren wurden im Rahmen von Naturschutzprojekten in Ober\u00f6sterreich zahlreiche Ma\u00dfnahmen zur Erhaltung der Biodiversit\u00e4t durchgef\u00fchrt. Dazu geh\u00f6ren die Wiederansiedlung vom Aussterben bedrohter Arten auf \u00fcber 110 Fl\u00e4chen, die Umwandlung von etwa 200 Hektar Trocken-, Mager- und Feuchtwiesen in bewirtschaftete Fl\u00e4chen sowie die Abschluss von \u00fcber 400 Vertr\u00e4gen mit Landnutzern, darunter Duldungs- und Kleinstfl\u00e4chenvertr\u00e4ge. Zus\u00e4tzlich wurden lebensraumverbessernde Ma\u00dfnahmen wie Gew\u00e4sserrenaturierungen, Anlage von T\u00fcmpeln und Entwicklung lichter W\u00e4lder umgesetzt.<\/p>\n<p><strong>Erfolg unserer Artenschutzbem\u00fchungen am Beispiel des Steinkauzes<\/strong><\/p>\n<p>Seit den 1960er Jahren nahm die Population des Steinkauzes in Ober\u00f6sterreich aufgrund von Lebensraumverlusten stark ab, doch seit den 2000er Jahren wurden gezielte Artenschutzma\u00dfnahmen ergriffen. Durch die Installation und Betreuung von Nistk\u00e4sten sowie ein F\u00f6rderprogramm f\u00fcr Obstg\u00e4rten konnte der Bruterfolg erh\u00f6ht werden. Dank dieser Bem\u00fchungen hat sich der Bestand seitdem deutlich erholt, mit 98 Brutpaaren und 233 Jungv\u00f6geln im Jahr 2023, und die Tendenz ist weiterhin positiv.<\/p>\n<p><strong>Der Luchs \u2013 Noch (k)ein Erfolg in Ober\u00f6sterreich<\/strong><\/p>\n<p>In Ober\u00f6sterreich wird seit den 1970er Jahren versucht, Luchspopulationen im B\u00f6hmerwald und dem M\u00fchlviertel sowie den Kalkalpen dauerhaft zu etablieren. Im B\u00f6hmerwald und M\u00fchlviertel zeigt sich eine stabile Population, die von Experten intensiv \u00fcberwacht wird, w\u00e4hrend das Luchsprojekt in den Kalkalpen durch verschiedene Herausforderungen behindert wird, darunter das Fehlen eines zeugungsf\u00e4higen Kuders und nat\u00fcrliche Hindernisse f\u00fcr die Populationsetablierung. Unter der Federf\u00fchrung des Naturschutzressorts wurden im Bereich des Nationalparks Kalkalpen Ma\u00dfnahmen wie die Auswilderung eines jungen Luchses namens \u201eNorik\u201c und die Vorbereitung weiterer Schritte gem\u00e4\u00df des entwickelten \u201eDrei-Stufen-Plans\u201c umgesetzt, um die Population zu unterst\u00fctzen und das langfristige Ziel einer selbsterhaltungsf\u00e4higen Population von 20 bis 30 Tieren zu erreichen. Die Zusammenarbeit erfolgt sowohl auf lokaler Ebene als auch l\u00e4nder\u00fcbergreifend mit verschiedenen Interessengruppen und -organisationen, um den Erfolg des Projekts sicherzustellen.<\/p>\n<p><strong>Der Biber in Ober\u00f6sterreich \u2013 ein Erfolg mit Akzeptanzproblemen<\/strong><\/p>\n<p>Die steigenden Biberzahlen in Ober\u00f6sterreich f\u00fchrten zu Konflikten, weshalb eine Bestandserhebung durch Naturschutzreferent Haimbuchner initiiert wurde. Von 35 Tieren im Jahr 1989 auf etwa 2.200 Tiere verteilt auf 735 Reviere im Jahr 2023 angewachsen, hat sich der Bestand nahezu verdreifacht. In Zukunft sollen Ausnahmebestimmungen, wie etwa eine Biber-Verordnung, den Erhaltungszustand in der kontinentalen biogeografischen Region sichern, w\u00e4hrend in der alpinen Region ein positiver Trend zu verzeichnen ist.<\/p>\n<p><strong>Erfolgskonzept der \u201eLaufende Betreuung\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Fast fl\u00e4chendeckend arbeiten Gebietsbetreuer in Europaschutzgebieten und Naturraum-Manager f\u00fcr Umsetzungsma\u00dfnahmen au\u00dferhalb von Schutzgebieten. Dies sind Experten f\u00fcr die ganze Palette an Schutzg\u00fctern wie Amphibien, Pflanzen, Pilze, Flechten, V\u00f6gel, Fische, Insekten, usw., die im Auftrag der Abteilung Naturschutz am Erhalt unserer Artenvielfalt arbeiten.<\/p>\n<p>&nbsp;\t\t<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unsere Natur- und Kulturlandschaften sind die unverzichtbare Heimat zahlreicher Pflanzen und Tiere, grundlegend f\u00fcr unser Leben auf diesem Planeten. 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