{"id":20291,"date":"2024-05-06T07:23:01","date_gmt":"2024-05-06T05:23:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fpoe-ooe.at\/?p=20291"},"modified":"2024-05-06T07:23:01","modified_gmt":"2024-05-06T05:23:01","slug":"roman-haider-im-kurier-interview-koennen-uns-alle-massnahmen-zum-klimaschutz-sparen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fpoe-weisskirchen.at\/fpoeoe2023\/roman-haider-im-kurier-interview-koennen-uns-alle-massnahmen-zum-klimaschutz-sparen\/","title":{"rendered":"Roman Haider im KURIER-Interview: \u201eK\u00f6nnen uns alle Ma\u00dfnahmen zum Klimaschutz sparen\u201c"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t<em>Der ober\u00f6sterreichische Spitzenkandidat zur EU-Wahl, MEP Mag. Roman Haider im ausf\u00fchrlichen Interview mit dem o\u00f6. KURIER-Chefredakteur Josef Ertl.<\/em><\/p>\n<p><strong>Roman Haider.<\/strong><strong>\u00a0Der FP\u00d6-Abgeordnete bezweifelt den vom Menschen verursachten Klimawandel. F\u00fcr die teils rechtsextreme AfD findet er lobende Worte.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Von\u00a0JOSEF ERTL<\/strong><strong><br \/>\n<\/strong><br \/>\nRoman Haider (57) ist seit 2019 Abgeordneter der FP\u00d6 zum EU-Parlament. Bei der Europawahl am 9. Juni ist der 57-J\u00e4hrige erneut freiheitlicher Spitzenkandidat des Landespartei. Von 2008 bis 2019 war er Abgeordneter zum Nationalrat. Haider ist seit 1991 Mitglied des Gemeinderates von Aschach a. d. D. Er war unter anderem Landesobmann und Bundesobmann des Rings Freiheitlicher Jugend, seit 2005 ist er Landesfinanzreferent.<br \/>\nDie FP\u00d6 ist im Europaparlament im B\u00fcndnis mit der ID (Identit\u00e4t und Demokratie) , einem Zusammenschluss von rechten und teilweise rechtsextremen Parteien.<\/p>\n<p><strong>KURIER:\u00a0Gibt es eine Entscheidung im EU-Parlament, die Ihre Handschrift tr\u00e4gt?<\/strong><br \/>\n<strong>Roman Haider:\u00a0<\/strong>Als Sprecher der ID-Fraktion im Verkehrsausschuss habe bei der F\u00fchrerscheinrichtlinie mitgearbeitet. Die franz\u00f6sische Ausschussvorsitzende, eine Gr\u00fcne, hat unseren \u00f6sterreichischen L17-F\u00fchrerschein gestrichen, sie wollte Tempo 90 und ein Nachtfahrverbot. F\u00fcr die \u00fcber 60-J\u00e4hrigen wollte sie alle zwei Jahre eine verpflichtende Untersuchung vorschreiben. Wir haben das alles rausgebracht. Es ist immer ein langwieriges Verhandeln und Feilschen um jedes Wort.<\/p>\n<p><strong>Jetzt im Wahlkampf ziehen Sie wieder durch die Lande, weil Sie die Stimmen der W\u00e4hler haben wollen. Sonst sind Sie kaum pr\u00e4sent. Wieso informieren Sie die Menschen hier im Land in den restlichen f\u00fcnf Jahren nicht \u00fcber ihre T\u00e4tigkeit?\u00a0Das ist eine Kritik, die alle Fraktionen betrifft.<\/strong><br \/>\nNeben der Arbeit tun wir in Br\u00fcssel nichts anderes, als zu informieren. Es schreibt nur keine Zeitung dar\u00fcber.<\/p>\n<p><strong>Ihre Gegner sagen, wer FP\u00d6 w\u00e4hlt, w\u00e4hlt Putin.<\/strong><br \/>\nDas ist l\u00e4cherlich. Weil man uns inhaltlich nichts entgegenzusetzen hat, kommt man mit derartigen D\u00e4monisierungen.<\/p>\n<p><strong>Sie haben in einem Interview zum Friedensschluss in der Ukraine aufgerufen. Und Russland sollte die ukrainischen Gebiete bis zum Dnjepr erhalten.<\/strong><br \/>\nDas habe ich nicht gesagt. Ich habe gesagt, dass es sein kann, dass sich Putin die Gebiete bis zum Dnjepr holt. Ich habe nicht gesagt, dass er sich die gesamte Ukraine holt, sondern die russischen Teile.<\/p>\n<p><strong>Putin lehnt Friedensverhandlungen ab.<\/strong><br \/>\nIch h\u00f6re die Ablehnung von Verhandlungen nur von der ukrainischen Seite. Ich bin weder der Anwalt von der einen noch von der anderen Seite, ich bin auch kein Putin-Freund.<\/p>\n<p><strong>Verstehen Sie die Forderung der Ukraine, wenn sie verlangt, dass ukrainisches Staatsgebiet bei der Ukraine bleiben muss?<\/strong><br \/>\nDas verstehe ich. Wie weit es sinnvoll ist, wage ich zu bezweifeln. \u00d6sterreich war selbst einmal ein Imperium mit 55 Millionen Einwohnern, das Teile der heutigen Ukraine umfasst hat. Irgendwann ist man m\u00f6glicherweise gezwungen, Realit\u00e4ten anzuerkennen. Dass dieser Krieg so nicht gewonnen werden kann, ist offensichtlich. 600.000 junge M\u00e4nner sind dort schon gestorben. Wie viele sollen noch fallen?<\/p>\n<p><strong>Sie lehnen die Sanktionen der EU gegen Russland ab. Wie sollte die EU sonst auf den Angriffskrieg Russlands reagieren?<\/strong><br \/>\nDie EU hat in diesem Konflikt von Anfang an alles falsch gemacht, was man falsch machen kann. Sie hat sich demonstrativ auf eine Seite gestellt und die NATO-Kriegsrhetorik \u00fcbernommen. F\u00fcr ein neutrales Land wie \u00d6sterreich waren alle diese Schritte untragbar. \u00d6sterreich w\u00e4re doch der Ort f\u00fcr Friedensverhandlungen gewesen.<\/p>\n<p><strong>Bundeskanzler Karl Nehammer hat das versucht und ist zu Putin gefahren. Ohne Erfolg.<\/strong><br \/>\nDas war ein kl\u00e4glicher Versuch. Er hat wirklich geglaubt, er kann nach Moskau fahren und Putin den Kopf waschen.<br \/>\nDie EU-Sanktionen sind ein absoluter Schuss ins eigene Knie. Sie haben dazu gef\u00fchrt, dass Russland so viel Geld hat und so viele Gewinne macht wie noch nie. Bei uns gehen Firmen Pleite und Arbeitspl\u00e4tze verloren. Sie haben die Inflation noch befeuert.<\/p>\n<p><strong>Dass die Ukraine EU-Mitglied werden soll, halten Sie vermutlich auch f\u00fcr einen Fehler?<\/strong><br \/>\nAm Beispiel T\u00fcrkei sehen wir, wie lange das dauert bzw. m\u00f6glicherweise ewig dauert. Die Ukraine ist auf allen Ebenen eines der korruptesten L\u00e4nder Europas. Es wird die Aufnahmekriterien lange nicht erf\u00fcllen k\u00f6nnen. Das ist eine PR-Aktion.<\/p>\n<p><strong>Laut Umfragen f\u00fcr die EU-Wahl ist die FP\u00d6 stark im Aufwind. Wie viele Prozentpunkte erwarten Sie f\u00fcr Ober\u00f6sterreich?\u00a02019 waren es 17 Prozent.<\/strong><br \/>\nEs wird sich zwischen 25 und 30 Prozent einpendeln. Das ist auch das, was ich bei meinen Wahlveranstaltungen so sp\u00fcre. Dei Meinungsumfragen geben uns von 27 bis 30 Prozent.<\/p>\n<p><strong>Sie fordern das Aus f\u00fcr das von der EU beschlossene Verbot von Autos mit Verbrennermotoren ab 2035. Das verlangen die Konservativen auch.<\/strong><br \/>\nNein, das sagen sie nur vor der Wahl. Die Europ\u00e4ische Volkspartei und auch die \u00d6VP haben das mitbeschlossen. Nicht alle, aber die Mehrheit.<\/p>\n<p><strong>Sie wollen auch das soeben beschlossene Lieferkettengesetz beseitigen, das vor Kinderarbeit und Ausbeutung sch\u00fctzt.<\/strong><br \/>\nDer gesamte Green Deal und alle seine Nebengesetze sind ein Green Desaster. Das ist nichts anderes als ein sozialistisch-planwirtschaftlicher Gro\u00dfangriff auf unseren Wohlstand. Die Existenz der Bauern wird bedroht. Die Ma\u00dfnahmen sollen alle dem Ziel dienen, bis 2050 klimaneutral zu werden.<\/p>\n<p><strong>Der Klimawandel ist eine Realit\u00e4t. Man muss ihm begegnen, um die katastrophalen Auswirkungen zu verhindern. Wie sonst soll man das Ziel der Klimaneutralit\u00e4t erreichen?<\/strong><br \/>\nGlauben Sie, dass man den zyklischen Klimawandel, den es schon immer gegeben hat, aufhalten kann?<\/p>\n<p><strong>Der Klimawandel ist wesentlich durch den CO2\u00a0-Aussto\u00df\u00a0verursacht.<\/strong><br \/>\nDas ist nicht mit letzter Konsequenz nachgewiesen.<\/p>\n<p><strong>Sie bezweifeln, dass der Klimawandel menschengemacht ist? Glauben Sie, dass man ihn aufhalten kann?<\/strong><br \/>\nAufhalten k\u00f6nnen wir ihn sowieso nicht. Wenn, dann ist der menschenverursachte Anteil so gering, dass es kaum Auswirkungen hat, was wir in Europa machen.<\/p>\n<p><strong>Wir k\u00f6nnen uns also alle Klimaschutzma\u00dfnahmen sparen?<\/strong><br \/>\nWir k\u00f6nnen und m\u00fcssen uns das alles sparen. Denn die gesamte restliche Welt macht nicht mit. Europas Anteil am weltweiten CO2-Aussto\u00df betr\u00e4gt lediglich acht Prozent. Die wahren Emittenten sind China, Indien und die USA.<\/p>\n<p><strong>Wenn man den Aussto\u00df auf die Bev\u00f6lkerungsanzahl (Pro-Kopf-Aussto\u00df) umlegt, geh\u00f6ren wir Europ\u00e4er zur weltweiten Spitze.<\/strong><br \/>\nNein, auch nicht. Wir sind nur noch 490 Millionen. Wir sind auch beim Pro-Kopf-Aussto\u00df nicht mehr relevant und ruinieren mit diesen v\u00f6llig sinnlosen Ma\u00dfnahmen die Wirtschaft. Mit dem Verbrennerverbot wird es in Europa wie in Kuba werden. Wegen einer CO2-Reduktion von weniger als einem Prozent ruinieren wir die europ\u00e4ische Automobilindustrie.<\/p>\n<p><strong>Wollen Sie den EU-Austritt \u00d6sterreichs?<\/strong><br \/>\nNein. Das w\u00fcrde f\u00fcr \u00d6sterreich den Staatsbankrott bedeuten. Mit unseren Freunden in der ID-Faktion arbeiten wir eng zusammen, damit wir die EU von innen ver\u00e4ndern. Dass sich die Mitgliedsstaaten wieder Kompetenzen zur\u00fcckholen. Wir wollen ein Europa der Vaterl\u00e4nder, einen Staatenbund. Im Binnenmarkt sollte man stark zusammenarbeiten, dazu in einigen anderen Bereichen wie der Verkehrspolitik. Wir brauchen eine Festung Europa gegen die illegale Immigration.<\/p>\n<p><strong>Ist der ungarische Ministerpr\u00e4sident Viktor Orb\u00e1n f\u00fcr Sie ein Vorbild?<\/strong><br \/>\nEr ist ein gro\u00dfartiger Politiker. Wir w\u00e4ren froh, wenn sich er und seine Partei nach der Wahl entschlie\u00dfen, in unsere Fraktion zu kommen.<\/p>\n<p><strong>Die AfD ist auch Teil Ihrer ID-Fraktion. Teile der AfD stehen wegen Rechtsextremismus unter Beobachtung des deutschen Verfassungsschutzes. Selbst die Franz\u00f6sin Marine Le Pen lehnt deswegen eine Zusammenarbeit mit der AfD ab. Wie sehen Sie die Partei?<\/strong><br \/>\nDas ist der Versuch von au\u00dfen, hier einen Keil hineinzutreiben. Marine Le Pen lehnt eine Zusammenarbeit nicht ab, es hat lediglich einmal Unstimmigkeiten wegen der Semantik von einigen Begriffen gegeben. Das kann man sich alles ausreden, wir sind schlie\u00dflich Fraktionskollegen.<\/p>\n<p><strong>Sie finden die AfD gro\u00dfartig?<\/strong><br \/>\nEs gibt dort wie in meiner eigenen Partei viel Licht und hin und wieder einmal einen Schatten. Sie ist eine junge Partei, in der es g\u00e4rt und die Fehler macht. Ich sehe in der AfD die einzige Zukunft f\u00fcr Deutschland.<\/p>\n<p><strong>Gegen Th\u00fcringens Bj\u00f6rn H\u00f6cke l\u00e4uft derzeit ein Gerichtsverfahren wegen Verwendung eines Nazi-Slogans. Sind Ihnen Leute wie er nicht zu rechtsextrem?\u00a0<\/strong>Ich kenne diese Leute nicht. Rechtsextrem hei\u00dft, dass man gegen die Demokratie ist und dass man Gewalt zur Durchsetzung seiner Ziele anwendet. Beide Kriterien treffen weder auf die AfD noch auf die FP\u00d6 zu. Dass die deutsche Innenministerin Faeser den Geheimdienst missbraucht, um die einzige effektive Oppositionspartei \u00fcberwachen zu lassen, ist eine Sauerei ersten Grades. Es zeigt, wie die Linken sind, wenn sie an der Macht sind. Demokratie schreien und in Wahrheit einen illiberalen Zwangsstaat errichten, in dem gegenteilige Meinungen kriminalisiert werden. Die AfD ist ein Opfer von genau diesen Leuten.<\/p>\n<p><strong>Die \u00dcberwachung von Teilen der AfD gibt es schon seit Jahren und nicht erst seit Faeser. F\u00fcr Manfred Weber den Spitzenkandidaten der Konservativen, ist die AfD eine Neonazipartei.<\/strong><br \/>\nEs ist Wahlkampf. Weber nehme ich sowieso nicht ernst. Er ist eine tragische Figur, er h\u00e4tte vor f\u00fcnf Jahren Kommissionspr\u00e4sident werden wollen. Seither l\u00e4uft er im Parlament wie ein gepr\u00fcgelter Hund herum.<\/p>\n<p><em>Das Interview erschien am Sonntag, 5. Mai 2024 in der Print-Ausgabe des KURIER.\u00a0<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;\t\t<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der ober\u00f6sterreichische Spitzenkandidat zur EU-Wahl, MEP Mag. Roman Haider im ausf\u00fchrlichen Interview mit dem o\u00f6. 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