{"id":20530,"date":"2024-08-22T07:13:53","date_gmt":"2024-08-22T05:13:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fpoe-ooe.at\/?p=20530"},"modified":"2024-08-22T07:13:53","modified_gmt":"2024-08-22T05:13:53","slug":"manfred-haimbuchner-im-volksblatt-sommergespraech","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fpoe-weisskirchen.at\/fpoeoe2023\/manfred-haimbuchner-im-volksblatt-sommergespraech\/","title":{"rendered":"Manfred Haimbuchner im VOLKSBLATT-Sommergespr\u00e4ch"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t<em>Der Chef der o\u00f6. Freiheitlichen \u00fcber die Herausforderungen bei Wohnbau, Naturschutz und Nationalratswahl<\/em><\/p>\n<p><strong>In Zeiten der Teuerung liegen vielen Menschen vor allem die hohen Mieten auf der Tasche. Auch Ober\u00f6sterreich ist von diesem Effekt nicht unbetroffen. Wann k\u00f6nnen die Leute wieder mit einer Entspannung rechnen?<\/strong><\/p>\n<p>Es ist so, dass die Mieten in Ober\u00f6sterreich am geringsten gestiegen sind in den vergangenen Jahren. Laut Statistik Austria liegen wir mittlerweile unter dem \u00d6sterreichdurchschnitt bei den Mieten. Das ist nat\u00fcrlich jetzt keine emotionale Antwort. Aber es ist eine sachliche Darstellung der Verh\u00e4ltnisse, wie sie in Ober\u00f6sterreich sind.<\/p>\n<p>Was das Land tun kann, sind im Prinzip zwei Dinge: Erstens einmal, dass wir daf\u00fcr Sorge tragen, dass es ein ausreichendes Angebot an Wohnraum gibt. Wenn wir nicht daf\u00fcr Sorge tragen, dann werden tats\u00e4chlich die Mieten h\u00f6her steigen, weil das Angebot verknappt werden w\u00fcrde. Da sind wir in Ober\u00f6sterreich in Relation zu den anderen Bundesl\u00e4ndern gut unterwegs, weil wir darauf sehr viel Wert geben.<\/p>\n<p>Der zweite Punkt ist der direkte finanzielle Zuschuss, die Wohnbeihilfe. Dieser wird all jenen gew\u00e4hrt, die tats\u00e4chlich mit der Leistbarkeit ein Problem haben. Auch hier haben wir die Wohnbeihilfe jedes Jahr ma\u00dfgeblich erh\u00f6ht. Und wir haben bei Ausgleichsbeziehern, Pensionisten, etc. \u2013 was in erster Linie oft Frauen aufgrund der geringeren Erwerbst\u00e4tigkeit, Kindererziehung und so weiter betrifft -, auf einen Pensionsbonus von ca. 45 Euro zus\u00e4tzlich geeinigt.<\/p>\n<p>Das hei\u00dft, wir drehen an jenen Schrauben, wo wir es k\u00f6nnen. Es gibt da paar Bereiche, die die wir leider Gottes nicht beeinflussen k\u00f6nnen, das sind die Betriebskosten. Diese sind nat\u00fcrlich sehr inflationsabh\u00e4ngig. Aber was die Miete anbelangt, kann man sagen, dass wir die Lage gut im Griff haben in Ober\u00f6sterreich.<\/p>\n<p><strong>Wie schaut es derzeit im \u00f6ffentlichen Wohnbau aus? Welche Projekte sind derzeit im Bau?<\/strong><\/p>\n<p>Die Wohnungen, die jetzt gebaut werden, sind im vergangenen Jahr bewilligt worden. Das waren \u00fcber 2.300 Wohneinheiten im gef\u00f6rderten, mehrgescho\u00dfigen Wohnbau. So viel wie in keinem anderen Jahr, blickt man 15 Jahre zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Wir haben gerade im vergangenen Jahr extrem viel Wert darauf gelegt, dass wir hier leistbaren Wohnraum zur Verf\u00fcgung stellen. Dieses Jahr wird es wieder an die 2.000 Wohneinheiten werden. Wobei ich sage: das Entscheidende f\u00fcr mich ist, \u2013 und ich versuche es einfach darzulegen \u2013 dass wir nicht Wohnungen bauen, um des Bauens willens, sondern dass wir Wohnen bauen, die sich die Menschen in der Miete oder auch als Eigentum tats\u00e4chlich leisten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die wohl gr\u00f6\u00dfte Herausforderung der letzten Zeit ist der Zinsanstieg. Wir bieten sehr g\u00fcnstige Darlehen an, mit 0,5 Prozent Zinsen in den ersten 20 Jahren und danach ein Prozent. Also da kann man wirklich sagen, das ist ein unschlagbares Angebot seitens des Landes. Und im kommenden Jahr l\u00e4uft der 5 Punkte Plan, den wir in der Landesregierung gemeinsam mit den gemeinn\u00fctzigen Bauvereinigungen beschlossen haben aus.<\/p>\n<p>Da ist die Herausforderung, dass man f\u00fcr das kommende Jahr eine F\u00f6rderung aufstellt, wo es darum geht eine relativ hohe Bauleistung aufrechtzuerhalten, aber vor allem die die hohen Finanzierungskosten hinten anzustellen.<\/p>\n<p><strong>Es gibt auch andere Zug\u00e4nge, wie man da an den hohen Mietpreisen drehen k\u00f6nnte. Etwa eine Mietpreisobergrenze. Sie lehnen eine solche weiter entschieden ab?<\/strong><\/p>\n<p>Alle diese gesetzlich verankerten Mietpreisgrenzen in Europa sind gescheitert. Das sind typisch linke Ideen. Und \u00fcberall dort, wo Linke im Wohnbau am Werken sind, sind die B\u00fcrger diejenigen, die sich das Wohnen nicht mehr leisten k\u00f6nnen. Das sieht man in Wien und auch die Kommunisten in Graz haben irrsinnig hohe Mittelanstiege zu verzeichnen.<\/p>\n<p>Es ist eben das Problem, dass diese Ideologien den Markt einfach nicht betrachten. Utopie ist links und Realit\u00e4t ist rechts. Und ich habe als rechter Realist viel mehr an sozialer Verantwortung wahrgenommen, als viele andere.<\/p>\n<p><strong>Auch die Leerstandsabgabe ist zuletzt wieder Thema gewesen. Wissen Sie wieviel leerstehende Wohnungen es in Ober\u00f6sterreich gibt?<\/strong><\/p>\n<p>Wir wissen den Leerstand im gef\u00f6rderten gemeinn\u00fctzigen Bereich auf die Wohnung genau. Wir wissen auch, warum uns diese Leerst\u00e4nde gibt. Die gr\u00f6\u00dften Leerst\u00e4nde gibt es in Steyr von gemeinn\u00fctzigen Bauvereinigungen. Das hat aber einen strukturellen Hintergrund, und das ist auch kein Vorwurf.<\/p>\n<p>Das, was man sich von diesen Leerstandsabgaben erwartet, funktioniert aber nicht. Leerstehender Wohnraum wird nur durch eine Verbesserung des Mietrechtsgesetzes, aber sicherlich nicht durch eine Leerstandsabgabe mobilisiert. Au\u00dferdem bin ich der Meinung, wir haben genug Abgaben, wir brauchen keine weiteren Steuern.<\/p>\n<p><strong>W\u00fcrden Sie jungen Leuten auch heute raten, ein Eigenheim zu erwerben, oder ein Haus zu bauen?<\/strong><\/p>\n<p>Ja, ich w\u00fcrde das den jungen Menschen raten, weil es etwas ist, was bleibt und dieses Eigentum auch weitergeben kann. Und das Geld, das ich dort verwende, verpufft nicht. Das ist ein Punkt.<\/p>\n<p>Der zweite Punkt ist der, das Eigentum sch\u00fctzt vor Altersarmut, das wissen wir ganz genau. Wer eine abbezahlte Wohnung hat, ein ausfinanziertes Eigenheim, der hat nat\u00fcrlich viel geringere Wohnbelastungen im Alter.<\/p>\n<p>Und ich m\u00f6chte noch etwas zu den Zinsen sagen: Ich hab gesagt, der Zinsanstieg macht uns die die gr\u00f6\u00dfte Sorge. Aber es ist nicht so, dass dieser Zinsanstieg katastrophal w\u00e4re. Wenn man historisch die Zinsen vergleicht, so sind die derzeitigen ganz sicherlich nicht an der oberen Skala festzumachen.<\/p>\n<p>Derzeit gibt es Fixzinskredite von circa 3 bis 3,5% am freien Markt erh\u00e4ltlich. Das ist bei der derzeitigen Inflation und bei den Gehaltssteigerungen, was man theoretisch stemmen kann. Das Problem ist tats\u00e4chlich die Kreditinstitute-Immobilienfinanzierungsma\u00dfnahmen-Verordnung (KIM-Verordnung).<\/p>\n<p>Die macht es tats\u00e4chlich f\u00fcr viele Menschen, die auch durchaus sehr gut verdienen, unm\u00f6glich einen Kredit zu bekommen. Wenn man irgendeine von den drei Voraussetzungen, die man erf\u00fcllen muss, nicht erf\u00fcllen kann. Die Verordnung ist total eigentumsfeindlich. Aber ich rate trotzdem jedem zu Eigentum. Eigentum ist ein Wert, der bleibt.<\/p>\n<p><strong>Sie haben k\u00fcrzlich Bilanz eine erste Bilanz zur Wohnbauf\u00f6rderung gezogen. Die fiel sehr positiv aus. Was erwarten Sie f\u00fcr die zweite Jahresh\u00e4lfte?<\/strong><\/p>\n<p>Also wir haben einen Rekordjahr gehabt. Und heuer haben wir einen absoluten Rekord im Bereich der Sanierung, da merken wir ein Plus von 60 %. Also da sieht man, es geht was weiter.<\/p>\n<p>Im Eigenheimbereich haben wir jetzt bereits die ersten 150 Antr\u00e4ge beschlossen. \u00dcber weitere 150 liegen jetzt schon in der Pipeline. Das Land kann nicht alle Probleme l\u00f6sen, aber wir k\u00f6nnen uns dort bem\u00fchen, wo wir zust\u00e4ndig sind, das Bestm\u00f6gliche zu tun.<\/p>\n<p>Das ist immer Gratwanderung, nicht das Geld zu verschenken und sich auch nicht zu verschulden, sondern mit dem Geld, mit dem Budget, das mir zur Verf\u00fcgung steht, auch Haus zu halten. Auch das ist dem Versprechen an die nachfolgenden Generationen, den ich Eigentum g\u00f6nne.<\/p>\n<p><strong>Sie bekommen f\u00fcr das Baupaket durchaus Lob von der Baubranche. Nun steht die Branche vor ganz anderen Problemen, n\u00e4mlich vor einem Mangel an Arbeitskr\u00e4ften\u2026<\/strong><\/p>\n<p>Und auch, dass sie Fachkr\u00e4fte behalten. Das ist auch der Grund, warum wir im mehrgeschossigen Bereich, also im Bereich des gef\u00f6rderten mehrgeschossigen Wohnbaus so viel Wert auf eine gute Bauleistung legen. Damit k\u00f6nnen die Leute in Besch\u00e4ftigung gehalten werden.<\/p>\n<p>Der zweite Punkt ist, dass eine zunehmende Vorfertigung mit unterschiedlichsten Baustoffen, Automatisierung, Technisierung, die Digitalisierung und andere Innovationen, den Bedarf an Arbeitskr\u00e4ften k\u00fcnftig reduzieren l\u00e4sst. Alles das wird in der Bauwirtschaft eine viel gr\u00f6\u00dfere Rolle spielen in der Zukunft, als man sich das in den letzten Jahren vielleicht gedacht hat.<\/p>\n<p>Trotzdem wird das \u201egoldene Handwerk\u201c eine gute Zukunft haben in Ober\u00f6sterreich. Wer ein Interesse hat, sich da manuell zu bet\u00e4tigen, eine Lehre zu beginnen, dem steht jeder weitere Berufsweg offen.<\/p>\n<p><strong>Der Mangel an Arbeitskr\u00e4ften also als Riesenchance auch f\u00fcr junge Menschen einen guten, sicheren Karriereweg einzuschlagen?<\/strong><\/p>\n<p>Ja, und vor allem verdienen die Leute da schon ganz gut. Also was in den ersten Lehrjahren bezahlt wird, kann man nicht mehr vergleichen mit dem, was es dort fr\u00fcher gab. Ich bin jedes Jahr bei vielen Betriebsbesuchern und es freut mich dort zu sehen, wie motiviert die Lehrlinge sind und wie sie sich schon voll einbringen.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><strong>Sie haben die Sanierungsboom angesprochen. Wie erkl\u00e4ren Sie sich diesen Trend?<\/strong><\/p>\n<p>Das ist einfach. Wer saniert, saniert, weil er rechnen kann und nicht, weil er das Weltklima sch\u00fctzen m\u00f6chte. Sanierung hat etwas mit dem Erhalt von Eigentum zu tun, mit Substanzerhalt, mit Substanzverbesserung, da war Ober\u00f6sterreich in den vergangenen 10 Jahren \u00fcbrigens sehr oft f\u00fchrend. Das ist nicht etwas komplett Neues.<\/p>\n<p>Ich gehe auch davon aus, dass die Kapazit\u00e4ten in den Unternehmen jetzt auch wieder da waren. Das darf man auch nicht vergessen. Sehr viel in der Wirtschaft ist auch Psychologie. Man hat gesehen, es ist viel \u00fcber die Bauwirtschaft diskutiert worden. In den vergangenen Jahren war sehr viel Unsicherheit gegeben, und zwar nicht nur wegen der Zinslage, sondern auch etwa wegen Lieferengp\u00e4sse.<\/p>\n<p>Dazu die Baukosten, die durch die Decke gegangen sind. Vieles davon hat sich jetzt verbessert. Es gibt seit Jahresbeginn gro\u00dfes Interesse bei den Banken, nach Kreditfinanzierung. Leider hat die Baufinanzierung des Bundes das ganze wieder etwas abgestochen, weil Erwartungen geweckt worden sind, die unerf\u00fcllbar waren.<\/p>\n<p><strong>Sie sind auch zust\u00e4ndig f\u00fcr den Naturschutz in Ober\u00f6sterreich zust\u00e4ndig. Sie setzen da verst\u00e4rkt jetzt auf die Bildung.<\/strong><\/p>\n<p>Wer glaubt, man kann Naturschutz und Bewusstsein f\u00fcr Natur \u00fcber Verordnungen und Richtlinien und Staatsvertr\u00e4ge betreiben, der irrt sich gewaltig. Naturschutz findet nicht nur in Naturschutzgebieten oder im Nationalpark statt, sondern auf allen Fl\u00e4chen, die nicht verbaut sind, spielt die Artenvielfalt eine Rolle.<\/p>\n<p>Mir ist es ein pers\u00f6nliches Anliegen, dass unsere Kinder und Jugendlichen Naturschutz und den Sinn des Naturschutzes und des Artenschutzes begreifen. Es gibt eine Reihe von Arten, die vom Aussterben bedroht sind, wo wir \u00fcberhaupt keine wissenschaftlichen Erkenntnisse haben. Diese sind wiederum notwendig und hilfreich f\u00fcr unsere Zukunft, f\u00fcr die Technik, ob das jetzt die Automobilindustrie ist, die Flugzeugindustrie ist, ob das das Arbeitsleben auch betrifft.<\/p>\n<p>Vielen ist gar nicht bewusst, dass wir aus der Natur lernen. Und das hei\u00dft, Naturschutz ist kein Selbstzweck, sondern er dient dazu, unseren nachfolgenden Generationen die Augen zu \u00f6ffnen. Dass man gegen die Natur auf Dauer nicht agieren kann, das ist eine wesentliche Botschaft. Bin ich der tiefen \u00dcberzeugung, dass das nur \u00fcber Bewusstseins-Projekte, aber nicht \u00fcber belehrende Verbote erreicht.<\/p>\n<p><strong>Sie sto\u00dfen sich vor allem am EU-Renaturierungsgesetz. Wieso sind Sie so vehement dagegen?<\/strong><\/p>\n<p>Renaturierung ist nur eine \u00dcberschrift. Das ist irgendwelchen Think-Tanks eingefallen. So nach dem Motto, wer kann denn schon gegen Renaturierung sein. Das ist so wie, wer kann gegen Klimaschutz sein?<\/p>\n<p>Was hinter diesem Gesetz steht und was dahinter steckt, das ist \u00fcberhaupt niemandem bewusst. \u00dcbrigens auch der Frau Ministerin (Leonore, Anm.) Gewessler nicht. Ich bin mir sicher, dass sie \u00fcberhaupt nicht wei\u00df, was sie da beschlossen hat. Nur eines wei\u00df sie, dass sie damit einen Teil der Lebensgrundlage unserer Landwirte und unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens zerst\u00f6rt. Und dass ins Eigentum massiv eingegriffen wird.<\/p>\n<p>In erster Linie geht es hier um ein B\u00fcrokratiemonster, das nicht zu stemmen sein wird. Die Folgekosten werden f\u00fcr Europa \u00fcber 150 bis 160 Milliarden Euro betragen. Und es geht darum, dass Fl\u00e4chen auch in unserem Bundesland au\u00dfer Nutzung gestellt werden, die aber notwendig sind f\u00fcr die Lebensmittelproduktion. Zu uns kommen au\u00dferdem Millionen von Menschen und machen Urlaub, genau aus dem Grund weil wir saubere Seen, saubere Fl\u00fcsse und eine intakte Landschaft haben.<\/p>\n<p>Diese Verordnung ist in Wahrheit kein Renaturierungskonzept, sondern ist ein ideologisches Konzept, um uns Europ\u00e4er Lebensgrundlagen zu entziehen und uns abh\u00e4ngig von anderen Kontinenten zu machen. Das ist die Wahrheit.<\/p>\n<p>Wir haben eine klein strukturierte Landwirtschaft. Durch diese Gesetze sind echte Naturschutzprojekte gef\u00e4hrdet. Und wenn immer mehr Landwirte zusperren m\u00fcssen, dann geht erst recht Artenvielfalt verloren. Das ist der Frau Bundesministerin entweder egal, oder sie wei\u00df es gar nicht.<\/p>\n<p>Dieses B\u00fcrokratiemonster, bei dem zahlreiche \u00d6ko B\u00fcros profitieren werden, ist eine Arbeitsbeschaffung f\u00fcr einen linken Gesch\u00e4ftszweck.<\/p>\n<p><strong>Gr\u00f6\u00dfere Bedenken haben Sie beim Thema Ausbau der Windkraft in Ober\u00f6sterreich\u2026<\/strong><\/p>\n<p>Ich bleibe bei dem, was immer gesagt habe. Wir haben einige Windkraftr\u00e4der in Ober\u00f6sterreich, die k\u00f6nnen ausgebaut werden. Und man wird sie auch erweitern, dort wo es einen Sinn macht. Der wesentliche Satz ist, Windkraft macht dort einen Sinn, wo berechenbar der Wind geht und wo wir nicht auf der anderen Seite Errungenschaften des Naturschutzes, des Landschaftsbildes und des Artenschutzes zerst\u00f6ren. Das ist f\u00fcr mich das wesentliche.<\/p>\n<p>Ober\u00f6sterreich ist kein klassisches Windkraftland. Bei meiner Kritik an der Windkraft geht es mit priorit\u00e4r nicht um den Naturschutz, sondern um Menschenschutz. Windkraftanlagen der neuesten Generationen sind \u00fcber 200 Meter hoch. Das hat eine ganz andere Wirkung auf die Leute, die dann in der N\u00e4he in Siedlungen leben.<\/p>\n<p>Und die Botschaft Nummer 1 ist: die Windkraft rettet uns nicht. Mir geht es darum, dass man den Leuten nicht Sand in die Augen streut und sagt, damit wird man den Klimawandel verhindern und fossile Energietr\u00e4ger ersetzen. Ober\u00f6sterreich braucht als Industrieland eine gro\u00dfe Menge Energie, ob bei Stahl, Chemie, oder in der Bauwirtschaft. Das ist nicht m\u00f6glich alles mit Windkraft zu substituieren.<\/p>\n<p>Und was man auch nicht vergessen darf, was wir derzeit f\u00fcr eine Problematik haben im erneuerbaren Energiebereich. Denn ein erneuerbarer Energietr\u00e4ger ersetzt den anderen. Wenn die Sonne scheint, dann werden die Laufkraftwerke au\u00dfer Nutzung genommen, weil sie dann keinen Strom produzieren k\u00f6nnen, um das Netz nicht zu \u00fcberlasten.<\/p>\n<p><strong>Im L\u00e4ndervergleich hat Ober\u00f6sterreich 31 Windr\u00e4der, Nieder\u00f6sterreich fast 800 Anlagen. Ist Nieder\u00f6sterreich der Natur- und Menschenschutz egal?<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong>Nieder\u00f6sterreich hat tats\u00e4chlich eine andere Struktur. Dort wo die Windkraft steht, herrscht eine andere Siedlungsstruktur. Oder das Burgenland, dort ist es viel ebener und besser um Wind zu ernten.<\/p>\n<p>Und ich sage es ganz offen, ich will im Salzkammergut und in dieser wundersch\u00f6nen Seen und Alpenvorland-Region kein neues Windrad sehen. Das ist die Zerst\u00f6rung unserer Natur, das ist die Opferung unserer heiligen Kulturlandschaft, f\u00fcr den schn\u00f6den Marmor von Windkraftenergieerzeugern. Das ist ein Gesch\u00e4ft mit einem erhobenen Zeigefinger der Moral.<\/p>\n<p><strong>Ihr Kollege in der Landesregierung, Landesrat Stefan Kaineder, ist da naturgem\u00e4\u00df anderer Meinung\u2026<\/strong><\/p>\n<p>Er ist auch der Hohepriester der Naturverschandelung.<\/p>\n<p><strong>Werfen wir noch einen Blick in den Herbst. Die Nationalratswahl steht bevor. Haben Sie Sorge, dass sich der gute Ton im Landtag im Wahlkampf ver\u00e4ndern k\u00f6nnte?<\/strong><\/p>\n<p>Zu einer lebendigen Demokratie geh\u00f6rt auch eine lebendige Rhetorik. Alles geh\u00f6rt dorthin, wo es einen Platz hat. Und ja, ich werde meine Partei, mein Heimatland entsprechend vertreten. Weil hier Steuergeld entsteht, wo Wirtschaftskraft vorhanden ist, wo die Leute arbeiten und in Wien wird alles rausgeblasen. Und ehrlich gesagt, das st\u00f6rt mich, das geht mir so richtig auf den Wecker.<\/p>\n<p>In Ober\u00f6sterreich wird mit Vernunft auch Geld ausgegeben. Wir haben geringe Schulden, ein geringes Defizitdefizit und in Wien werden dieses Jahr 20 Milliarden Euro Budgetdefizit gemacht.<\/p>\n<p>Was den Ton betrifft, da gibt es halt manche, die probieren es mit Beschimpfen und versuchen die FP\u00d6 in die Ecke zu stellen. Aber ganz ehrlich gesagt, die stehen selbst mittlerweile dort. F\u00fcnf Wochen Wahlkampf sind genug und das bessere Argument m\u00f6ge am Ende siegen.<\/p>\n<p><strong>Die FP\u00d6 k\u00f6nnte erstmals Erster werden bei der Nationalratswahl. Jetzt schlie\u00dfen alle anderen Parteien aber eine Koalition mit der FP\u00d6 kategorisch aus. Was will man als m\u00f6glicher Sieger dann machen?<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong>Ich bin in einer ganz schwierigen Zeit f\u00fcr die FP\u00d6 im Jahr 2003 politisch t\u00e4tig geworden. Also ich kenne alle Auf und Ab\u2019s. Es ist noch lange nicht entschieden, wer am Ende Erster ist. Wir werden alles daf\u00fcr geben.<\/p>\n<p>Was dann am 30. September ist, das wird man dann sehen. Die FP\u00d6 wird sich selbst und dem, was Sie bei der Wahl gesagt hat, treu bleiben. Schauen wir mal, wer die handelnden Personen beim politischen Mitbewerber sind. Ich glaube auch da wird sich personell sehr viel \u00e4ndern. Es kann nur um die Sache gehen und nicht darum, wer politisch oder pers\u00f6nlich mit irgendwem ein Problem hat.<\/p>\n<p>Der Koalitionssuche ist wie Herzblatt. Geht es ja darum, dass man Themen austauscht und dass diejenigen Parteien zusammenfinden, wo sich eben die Themen, f\u00fcr die man steht, am besten realisieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Werden Sie nach der Wahl noch im Landtag sitzen?<\/strong><\/p>\n<p>Ja.<\/p>\n<p><strong>Also Sie schlie\u00dfen einen Wechsel in die Bundesregierung aus?<\/strong><\/p>\n<p>Ich werde nach dieser Wahl in der Landesregierung sitzen und ich denke auch 2027 wieder.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><strong>Das Interview f\u00fchrte Dominik Hennerbichler und ist unter <a href=\"https:\/\/volksblatt.at\/chronik\/regionales\/volksblatt-sommergespraech-manfred-haimbuchner-fpoe-1397250\/?amp=1\">https:\/\/volksblatt.at\/chronik\/regionales\/volksblatt-sommergespraech-manfred-haimbuchner-fpoe-1397250\/?amp=1<\/a> am 21. August 2024 erschienen.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;\t\t<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Chef der o\u00f6. Freiheitlichen \u00fcber die Herausforderungen bei Wohnbau, Naturschutz und Nationalratswahl In Zeiten der Teuerung liegen vielen Menschen vor allem die hohen Mieten auf der Tasche. Auch Ober\u00f6sterreich ist von diesem Effekt nicht unbetroffen. Wann k\u00f6nnen die Leute wieder mit einer Entspannung rechnen? 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