{"id":21121,"date":"2025-04-09T11:13:23","date_gmt":"2025-04-09T09:13:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fpoe-ooe.at\/?p=21121"},"modified":"2025-04-09T11:13:23","modified_gmt":"2025-04-09T09:13:23","slug":"steinkellner-im-gespraech-mit-den-ooe-nachrichten-jedes-rad-das-faehrt-entlastet-strasse-und-stau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fpoe-weisskirchen.at\/fpoeoe2023\/steinkellner-im-gespraech-mit-den-ooe-nachrichten-jedes-rad-das-faehrt-entlastet-strasse-und-stau\/","title":{"rendered":"Steinkellner im Gespr\u00e4ch mit den O\u00d6 Nachrichten : &#8222;Jedes Rad, das f\u00e4hrt, entlastet Stra\u00dfe und Stau&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t<strong>LINZ. Der Streit \u00fcber die Radwege auf der Nibelungenbr\u00fccke ist ein Sinnbild f\u00fcr die Probleme in der Linzer Verkehrsplanung. Ein Interview mit Verkehrslandesrat G\u00fcnther Steinkellner (FP) \u00fcber Staus, aktuelle Projekte und Fehler der Vergangenheit.<\/strong><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><em>Die Nibelungenbr\u00fccke wurde in den vergangenen Wochen zum Symbol der Linzer Stauproblematik \u2013 ausgel\u00f6st haben das zwei Radstreifen auf der Nibelungenbr\u00fccke auf Kosten zweier Fahrstreifen. Im subjektiven Empfinden vieler Anrainer und Pendler ist der Stau in Urfahr nun zu einem gr\u00f6\u00dferen Problem geworden, als er es vor der Er\u00f6ffnung der Donautalbr\u00fccke war. Aber der Schein tr\u00fcgt, legt Verkehrslandesrat G\u00fcnther Steinkellner (FP) im O\u00d6N-Interview dar.\u00a0 Zur k\u00fcnftigen Entlastung der Stausituation rund um und in Linz gibt es derzeit zwar viele Projekte, sie alle eint jedoch, dass ihre Umsetzung in ferner Zukunft liegt. Ein Gespr\u00e4ch \u00fcber Stau, Projekte und Fehler der Vergangenheit. <\/em><\/p>\n<p><strong>O\u00d6N: Wie sind Sie heute in die Arbeit gekommen?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Steinkellner:<\/strong>\u00a0Nicht \u00fcber die Nibelungenbr\u00fccke (lacht). Ich bin privilegiert, ich wohne in Leonding. Aber Sie meinen mein Verkehrsmittel: mit dem Auto.<\/p>\n<p><strong>Seit zwei Wochen gibt es die Radwege auf der Nibelungenbr\u00fccke. Ist der Stau nun wieder auf dem Niveau von vor der Er\u00f6ffnung der Donautalbr\u00fccke?<\/strong><\/p>\n<p>Wir verfolgen das genau \u2013 die Staumessung besagt, dass der Stau besser ist als zum Zeitpunkt vor der Er\u00f6ffnung der Donautalbr\u00fccke.<\/p>\n<p><strong>Die Er\u00f6ffnung der Br\u00fccke hatte im Oktober des Vorjahres die Situation f\u00fcr viele erleichtert \u2013 nun zur\u00fcckzusteigen ist schwer.<\/strong><\/p>\n<p>Ja, das hat zu einer zwischenzeitlichen Erleichterung gef\u00fchrt. Die ist jetzt weg. Wenngleich man sagen muss: Der Radweg ist ein Pilotprojekt, und es werden weitere Nachjustierungen mitbedacht. Es gibt Engstellen bei den Linksabbiegern von Urfahr kommend, weil es nur eine Linksabbiegerspur gibt. Da geht es aber um einen Gew\u00f6hnungseffekt. Man k\u00f6nnte auch zweimal rechts abbiegen und dann unter der Br\u00fccke durch. Diese M\u00f6glichkeit wird zu wenig gen\u00fctzt.<\/p>\n<p><strong>Es hat den Eindruck, dass sich die Causa &#8222;Nibelungenbr\u00fccke&#8220; zum Kampf &#8222;Pendler gegen Radfahrer gegen Politiker&#8220; verdichtet.<\/strong><\/p>\n<p>Ich verstehe jeden, der jetzt Zeit im Stau verliert. Aber es ist ein Miteinander. Daher noch einmal: Es ist ein Pilotprojekt, und die Umstellung einer Verkehrsf\u00fchrung bringt per se Probleme mit sich. Wenn wir sehen, dass es nicht funktioniert \u2013 donauoberseitig, denn donauunterseitig funktioniert es ja \u2013, dann muss man den Mut haben, das Projekt einzustellen. Was wir bei der Nibelungenbr\u00fccke haben, ist ein Kompromiss. Sch\u00f6ner w\u00e4re freilich eine eigene Geh- und Radwegbr\u00fccke. Aber die Radfahrer wollen ja auch zum Hauptplatz gelangen, und das spricht gegen eine Radfahrbr\u00fccke donauabw\u00e4rts.<\/p>\n<p><strong>2028 wird die Nibelungenbr\u00fccke saniert.<\/strong><\/p>\n<p>Da haben wir kein Belastungsproblem, sondern ein Belagsproblem W\u00fcnschenswert w\u00e4re es, das erst dann zu machen, wenn der A26-Tunnel bis zur Waldeggstra\u00dfe fertig ist \u2013 also 2033.<\/p>\n<p><strong>Sie forcieren Hauptradwege au\u00dferhalb von Linz, um damit das Einpendeln mit dem Rad zu attraktivieren. Wie sieht es da aus?<\/strong><\/p>\n<p>Alles, was in und rund um Linz mit Radwegen zu tun hat, ist schwer, weil die Grundst\u00fccksverf\u00fcgbarkeit kaum zu erreichen ist. Beim Lilo-Radweg hapert es am Kompromiss mit Leondinger Grundeigent\u00fcmern.<\/p>\n<p><strong>Der Ausbau von Park&amp;Ride-Anlagen m\u00fcsste forciert werden. Allerdings bringt der nur etwas, wenn der Bus dann nicht staut.<\/strong><\/p>\n<p>In Rottenegg hat die O\u00d6 Schiene ein Grundst\u00fcck erworben, damit die Park&amp;Ride-Fl\u00e4chen verst\u00e4rkt werden, um das Umsteigen zu attraktivieren. Es ist sinnvoll, die Menschen weit drau\u00dfen abzuholen, damit sie nicht mit dem Auto in den Stau hineinfahren. Wir bauen diese Anlagen besonders bei schienengebundenen Verkehrsmitteln aus, weil hier das Umsteigen attraktiv ist \u2013 entlang der Stra\u00dfenbahn nach Traun. Und in Zukunft entlang der Stadtbahn ins M\u00fchlviertel.<\/p>\n<p><strong>Pendlersprecher Michael Hammer meinte j\u00fcngst, f\u00fcr solche \u00fcbergeordneten \u00f6ffentlichen Projekte wie die Stadtbahn sollten Verfahren vereinfacht werden.<\/strong><\/p>\n<p>Das w\u00e4re sch\u00f6n. Wie schwer die Verfahren sind, sieht man an der Donaubr\u00fccke in Mauthausen. In Linz fahren wir zudem noch in bewohnten Gebieten, da ist besondere Behutsamkeit notwendig. Die Stadtbahn ist das gr\u00f6\u00dfte Projekt, das Ober\u00f6sterreich jemals in Angriff genommen hat, das fordert das Land und alle Mitarbeiter gewaltig. Baustart sollte 2027\/28 sein. Es gibt aber auch noch Finanzierungsthemen mit den \u00d6BB. Die Stadtbahn wird ja in den Hauptbahnhof eingebunden \u2013 damit die Lilo weiterf\u00fchrend Richtung Lindbauer gef\u00fchrt werden kann, brauchen wir auch die \u00d6BB. Da ist zuletzt alles gestanden, aber jetzt haben wir ja einen neuen Minister.<\/p>\n<p><strong>Wann kann man in Gallneukirchen in die Stadtbahn einsteigen?<\/strong><\/p>\n<p>Die Einreichplanungen Gallneukirchen\/Pregarten kommen erst viel sp\u00e4ter. Zuerst steht das Hauptst\u00fcck an, der Linzer Bereich ist abgesichert, der kostet mehr als eine Milliarde Euro, der Bund hat sich schon f\u00fcr 50 Prozent verpflichtet.<\/p>\n<p><strong>Stau gibt es in Linz auch nachmittags an der Donaul\u00e4nde, morgens und nachmittags auf der A7. Wie sieht es mit der Ostumfahrung aus?<\/strong><\/p>\n<p>Sie ist wesentlich, sie w\u00fcrde den gesamten S\u00fcden entlasten. Insbesondere, weil wir mit einer Verkehrszunahme rechnen, wenn die Autobahn in Tschechien fertig ist.<\/p>\n<p><strong>Wird sie kommen?<\/strong><\/p>\n<p>Wenn es nach mir geht, sofort. Das bedeutet aber: fr\u00fchestens 2035. Wir haben viele Anrainerthemen, dazu muss das Projekt erst einmal ins Bundesstra\u00dfengesetz aufgenommen werden \u2013 da fehlt eine Verkehrsprognose, die vom Ministerium nicht gemacht wurde. Deswegen kommen wir da nicht weiter.<\/p>\n<p><strong>Haben Stadt und Land in den Jahrzehnten davor zu wenig zusammengearbeitet?<\/strong><\/p>\n<p>Die Fehler der Vergangenheit kann man nicht reparieren. Man kann in die Zukunft blicken, rasch und gut zusammenarbeiten. Ich bin guter Hoffnung und mit B\u00fcrgermeister Dietmar Prammer in Kontakt, damit wir so rasch wie m\u00f6glich Verkehrsl\u00f6sungen f\u00fcr Linz und Ober\u00f6sterreich bewerkstelligen.<\/p>\n<p><strong>Im Schnitt sitzen 1,2 Menschen in einem Auto im Stau. Liegt hier das Problem?<\/strong><\/p>\n<p>Wir versuchen, mit Apps die Menschen zusammenzubringen, damit sie miteinander fahren. Auch Betriebe forcieren das. Das ist ja kosteng\u00fcnstig, das muss sich aber nach Corona wieder einpendeln. Das Fahrzeug ist f\u00fcr viele im l\u00e4ndlichen Raum unverzichtbar, da m\u00fcssen wir Alternativen anbieten. Aber: Kurze Distanzen k\u00f6nnen auch anders bew\u00e4ltigt werden \u2013 mit dem Fahrrad. Jedes Rad, das f\u00e4hrt, entlastet die Stra\u00dfe und den Stau.<\/p>\n<p><em>Das Interview f\u00fchrte Redakteur Manfred Wolf. Es ist unter <a href=\"https:\/\/www.nachrichten.at\/oberoesterreich\/steinkellner-jedes-rad-das-faehrt-entlastet-strasse-und-stau;art4,4040680\">https:\/\/www.nachrichten.at\/oberoesterreich\/steinkellner-jedes-rad-das-faehrt-entlastet-strasse-und-stau;art4,4040680<\/a> \u00a0am 8. April erschienen. <\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;\t\t<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>LINZ. Der Streit \u00fcber die Radwege auf der Nibelungenbr\u00fccke ist ein Sinnbild f\u00fcr die Probleme in der Linzer Verkehrsplanung. 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