{"id":21387,"date":"2025-07-29T17:43:17","date_gmt":"2025-07-29T15:43:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fpoe-ooe.at\/?p=21387"},"modified":"2025-07-29T17:43:17","modified_gmt":"2025-07-29T15:43:17","slug":"steinkellner-im-ooen-sommergespraech-ueber-winkler-der-newcomer-kennt-sich-halt-nicht-aus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fpoe-weisskirchen.at\/fpoeoe2023\/steinkellner-im-ooen-sommergespraech-ueber-winkler-der-newcomer-kennt-sich-halt-nicht-aus\/","title":{"rendered":"Steinkellner im O\u00d6N-Sommergespr\u00e4ch \u00fcber Winkler: &#8222;Der Newcomer kennt sich halt nicht aus&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t<em>LINZ. Verkehrslandesrat G\u00fcnther Steinkellner (FP) \u00fcber die Kritik des designierten SP-Chefs Martin Winkler rund um die Donaubr\u00fccke Mauthausen. Im O\u00d6N-Interview mit Julia Popovsky und Philipp Fellinger spricht der blaue Verkehrslandesrat G\u00fcnther Steinkellner \u00fcber die Bedeutung von Lokalbahnen, die Nibelungenbr\u00fccke und die Landtagswahl 2027.<\/em><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><strong>O\u00d6Nachrichten: Mit welchen drei Worten w\u00fcrden Sie den roten Verkehrsminister Peter Hanke beschreiben?<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><strong>G\u00fcnther Steinkellner:<\/strong>\u00a0Sympathisch. Wiener. L\u00f6sungsorientiert.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><strong>Im direkten Vergleich: Ist Ihnen Hanke lieber als seine gr\u00fcne Vorg\u00e4ngerin Leonore Gewessler?<\/strong><\/p>\n<p>Ich habe mit Ministerin Gewessler beim \u00f6ffentlichen Verkehr sehr gut zusammengearbeitet. Allerdings hatten wir insbesondere bei den Autobahnen Probleme.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><strong>Mit Hanke gibt es aktuell ein Thema rund um die Weiterf\u00fchrung der Hausruck- und Almtalbahn sowie den Nordteil der M\u00fchlkreisbahn. Wo stehen wir in der Debatte?<\/strong><\/p>\n<p>Wir sind in guten Gespr\u00e4chen. Morgen (<em>Anm.: Dienstag<\/em>) gibt es wieder einen Termin, dem kann ich nicht vorgreifen.<\/p>\n<p><strong>Auf dem n\u00f6rdlichen Streckenabschnitt der M\u00fchlkreisbahn sind ab Rottenegg pro Tag 375 Fahrg\u00e4ste unterwegs. W\u00e4re da eine Busverbindung,<\/strong>\u00a0<strong>wie sie das Ministerium vorschl\u00e4gt, nicht \u00f6konomisch sinnvoller?<\/strong><\/p>\n<p>Das ist zu kurzfristig gedacht. Es ist wichtig, die Mobilit\u00e4t der Zukunft vorauszudenken. Autonome Fahrzeuge werden die Menschen von den Siedlungsgebieten zu den Hauptachsen bringen, diese Fahrzeuge werden entweder on demand (<em>Anm: auf Bestellung<\/em>) oder im Linienbereich unterwegs sein. Damit das funktioniert, muss es aber Hauptachsen mit Schienen geben. In zehn Jahren werden wir 25 Prozent mehr Verkehr auf den Stra\u00dfen haben. Und der Bus f\u00e4hrt, wo die Autos auch fahren. In dieser Region haben wir keine Chance, die Stra\u00dfe zu verbreitern. Deshalb brauchen wir die Schiene.<\/p>\n<p><strong>Die M\u00fchlkreisbahn ist ein Herzst\u00fcck der geplanten Regional-Stadtbahn. Gef\u00e4hrdet die Busdebatte die Wirkung des Projekts?<\/strong><\/p>\n<p>Allein die Durchbindung vom M\u00fchlkreis- zum Hauptbahnhof ist ein epochaler Erfolg. Man sollte neben den Pendlern das touristische Potenzial des B\u00f6hmerwaldes sehen. Und dass die Johannes Kepler Universit\u00e4t noch nicht optimal angebunden ist, wei\u00df jeder, der beim Hinfahren viel Zeit in der Stra\u00dfenbahn verbringt. Gleichzeitig ist Gallneukirchen und Pregarten das gr\u00f6\u00dfte Pendlereinzugsgebiet. Auch hier ist das Problem, dass die Stra\u00dfe Kapazit\u00e4tsprobleme haben wird beziehungsweise bereits hat.<\/p>\n<p><strong>Wenn sich das Ministerium mit seinem Buswunsch durchsetzt,\u00a0ist es also nur ein Wermutstropfen?<\/strong><\/p>\n<p>Bis 2029 gibt es einen Infrastrukturvertrag, bis 2033 einen Verkehrsdienstevertrag und damit einen Betrieb. Bei der M\u00fchlkreisbahn gab es bereits unter Leonore Gewessler die \u00dcberlegung, dass die Schiene O\u00d6, sprich das Land Ober\u00f6sterreich, diese Bahn von den \u00d6BB \u00fcbernimmt. Genau diese \u00dcbernahme werden wir jetzt vertieft pr\u00fcfen. Hier geht es um die Mitgift, also was wir finanziell vom Bund bei einer \u00dcbernahme bekommen. Wir brauchen eine Langfristperspektive. Wenn ich jetzt Bahnstrecken auflasse, besteht die Gefahr, dass sie nicht mehr wiederkommen. Deshalb k\u00e4mpfe ich bis zum Endpunkt der Bahnstrecken f\u00fcr deren Erhaltung. Ich kann der Schiene keinen Vorwurf machen, wenn ich diese gleichzeitig mit Bussen kannibalisiere.<\/p>\n<p><strong>Diskutiert wird eine solche \u00dcbernahme schon lange.<\/strong><\/p>\n<p>Das eine ist die Diskussion, das andere ist das, was wir jetzt machen: n\u00e4mlich eine ganz konzentrierte Vorbereitung, in der wir beispielsweise Schweizer Experten oder Stern &amp; Hafferl als Betreiber von Privatbahnen einbeziehen.<\/p>\n<p><strong>Glauben Sie,<\/strong>\u00a0<strong>dass der f\u00fcr 2028 geplante Baustart f\u00fcr den Linzer Abschnitt der Stadtbahn h\u00e4lt?<\/strong><\/p>\n<p>Der Termin steht, wir sind jetzt bei der Fertigstellung des Einreichprojektes f\u00fcr das Mittelst\u00fcck zwischen Hauptbahnhof und M\u00fchlkreisbahnhof. Die \u00dcbermittlung an die Beh\u00f6rden soll Ende n\u00e4chsten Jahres erfolgen.<\/p>\n<p><strong>Und wo stehen die Planungen beim Abschnitt nach Gallneukirchen und Pregarten?<\/strong><\/p>\n<p>Hier sind wir im Vorprojekt, das soll im ersten Quartal 2027 fertig sein.<\/p>\n<p><strong>Machen wir einen Schwenk nach Mauthausen. 2028 steht eine dreimonatige Totalsperre der alten Br\u00fccke wegen n\u00f6tiger Bauma\u00dfnahmen an,<\/strong>\u00a0<strong>die neue Br\u00fccke wird bis dahin nicht fertig sein. Erst letzte Woche gab es wieder eine Protestaktion. Hat die Landespolitik hier versagt?<\/strong><\/p>\n<p>Ich kann nur die Chronologie der Br\u00fcckenthematik in Erinnerung rufen. Im Jahr 2015 habe ich das Ressort \u00fcbernommen, und es hat zwar ein Plakat gegeben, dass die Donaubr\u00fccke neu gebaut wird, aber keinen Standort und kein Finanzierungsabkommen. 2018 haben wir uns gemeinsam mit Nieder\u00f6sterreich auf ein Vorprojekt verst\u00e4ndigt, im Februar 2024 wurde ein positiver UVP-Bescheid erteilt. Leider wurde der UVP-Bescheid der neuen Br\u00fccke, die wir ja eigentlich errichten wollten, bevor die alte saniert wird, beeinsprucht. Damit haben wir aktuell keine M\u00f6glichkeit, zu bauen.<\/p>\n<p><strong>Einer Ihrer Kritiker ist Ihr neuer SP-Kollege in der Landesregierung,<\/strong>\u00a0<strong>Martin Winkler. F\u00fcr ihn ist die Br\u00fccke Mauthausen ein Mahnmal f\u00fcr gescheiterte Verkehrspolitik, er nennt Sie gerne\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nachrichten.at\/politik\/landespolitik\/martin-winkler-bin-nicht-mit-dem-goldenen-loeffel-geboren;art383,4043620\">Staulandesrat Steinkellner.<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Der in die Jahre gekommene Newcomer kennt sich halt nicht gescheit aus. Es w\u00e4re besser gewesen, wenn er sich zuerst einmal bei mir erkundigt h\u00e4tte.<\/p>\n<p><strong>Ein Treffen gab es also noch nicht?<\/strong><\/p>\n<p>Nein, aber es gibt eine Terminanfrage von ihm. Es ist bedauerlich, dass Martin Winkler mit solchen Falschbehauptungen in der Politik beginnt. Das zerst\u00f6rt in Wahrheit die Vertrauensbasis, die M\u00f6glichkeit zur Zusammenarbeit ist damit eingeschr\u00e4nkt. Dem Herrn Neo-Parteivorsitzenden laste ich schon an, dass er in Ober\u00f6sterreich attackiert, w\u00e4hrend gleichzeitig ein sozialistischer B\u00fcrgermeister in Nieder\u00f6sterreich Einspr\u00fcche gegen das Projekt erhoben hat.<\/p>\n<p><strong>Das Radwegeprojekt auf der Linzer Nibelungenbr\u00fccke ist \u2013 zumindest in Teilen \u2013 gescheitert. Wie kann das trotz monatelanger Planungen passieren?<\/strong><\/p>\n<p>Die Experten des Landes und der Stadt waren der Meinung, dass es sich ausgehen m\u00fcsste. Ich war etwas skeptisch. Deshalb habe ich darauf bestanden, dass auf der oberen Flussseite ein reines Provisorium gemacht wird, das jederzeit wieder entfernt werden kann. Die frustrierten Kosten waren rund 32.000 Euro, die Kosten f\u00fcr die Mitarbeiter der Stra\u00dfenmeisterei eingerechnet. Die Pfl\u00f6cke und dergleichen sind ja wiederverwendbar, auf der anderen Br\u00fcckenseite funktioniert alles (<em>Anm.: In einer Landtagsanfrage Anfang Mai wurden die Kosten f\u00fcr den Pilotversuch mit 455.700 Euro inklusive Personal und Ger\u00e4ten beziffert<\/em>).<\/p>\n<p><strong>Wie geht es jetzt weiter? Immer wieder wird eine Verbreiterung der Br\u00fccke debattiert.<\/strong><\/p>\n<p>Der Linzer B\u00fcrgermeister (<em>Anm.: Dietmar Prammer, SP<\/em>) hat gesagt, er m\u00f6chte eine Arbeitsgruppe einsetzen, wir werden ihn als Land dabei unterst\u00fctzen. Eine Verbreiterung der Br\u00fccke ist schwierig, weil ein eigenes Tragwerk dazugeh\u00e4ngt werden m\u00fcsste.<\/p>\n<p><strong>Ihr Bundesparteichef Herbert Kickl hat beim Landesparteitag als Ziel f\u00fcr die Landtagswahl 2027 Platz eins ausgerufen. Ihr Landesparteichef Manfred Haimbuchner h\u00e4lt dieses Ziel f\u00fcr realistisch. Sie auch?<\/strong><\/p>\n<p>Es ist ein ambitioniertes Ziel, man wird es sehen. Wir arbeiten mit der \u00d6VP sehr gut zusammen, der Wahlkampf wird im September 2027 stattfinden.<\/p>\n<p><em>Das Interview ist unter <a href=\"https:\/\/www.nachrichten.at\/politik\/innenpolitik\/der-newcomer-kennt-sich-halt-nicht-aus;art385,4072388\">https:\/\/www.nachrichten.at\/politik\/innenpolitik\/der-newcomer-kennt-sich-halt-nicht-aus;art385,4072388<\/a> zu finden und erschien am 29. Juli 2025 in der Print-Ausgabe der O\u00d6 Nachrichten. <\/em><\/p>\n<p>&nbsp;\t\t<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>LINZ. Verkehrslandesrat G\u00fcnther Steinkellner (FP) \u00fcber die Kritik des designierten SP-Chefs Martin Winkler rund um die Donaubr\u00fccke Mauthausen. 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