{"id":21398,"date":"2025-07-31T13:29:39","date_gmt":"2025-07-31T11:29:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fpoe-ooe.at\/?p=21398"},"modified":"2025-07-31T13:29:39","modified_gmt":"2025-07-31T11:29:39","slug":"ooen-sommerinterview-manfred-haimbuchner-traut-sich-den-landeshauptmann-natuerlich-zu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fpoe-weisskirchen.at\/fpoeoe2023\/ooen-sommerinterview-manfred-haimbuchner-traut-sich-den-landeshauptmann-natuerlich-zu\/","title":{"rendered":"O\u00d6N- Sommerinterview: Manfred Haimbuchner traut sich den Landeshauptmann &#8222;nat\u00fcrlich zu&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t<em>LINZ. Landeshauptmann-Stellvertreter Manfred Haimbuchner (FP) im O\u00d6N-Sommerinterview mit Sigrid Brandst\u00e4tter und Philipp Fellinger \u00fcber seine Ambitionen auf den den Posten als Landeshauptmann. Landeshauptmann-Stellvertreter Manfred Haimbuchner (FP) spricht im Sommer-Interview \u00fcber die Zusammenarbeit mit der \u00d6VP, seine Haltung zur Bundespolitik und seine Bedenken gegen\u00fcber Windkraft.<\/em><\/p>\n<p><strong>O\u00d6Nachrichten: Die erste H\u00e4lfte des Jahres war in \u00d6sterreich innenpolitisch turbulent. Die FP\u00d6 stand mit einem Fu\u00df bereits im Kanzleramt. Gab es nach dem Scheitern Man\u00f6verkritik?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Manfred Haimbuchner:<\/strong>\u00a0In den Verhandlungen war absehbar, dass sich die \u00d6VP keinen Millimeter bewegen will. Ich pers\u00f6nlich habe Ende J\u00e4nner damit bereits abgeschlossen. F\u00fcr das Scheitern gab es viele Gr\u00fcnde, auch den internationalen Druck. Letztlich hat sich die Volkspartei f\u00fcr die eigene Macht entschieden und regiert daf\u00fcr mit den Linken \u2013 so wendig ist die FP\u00d6 nicht.<\/p>\n<p><strong>Und Ihr Res\u00fcmee?<\/strong><\/p>\n<p>Dass die \u00d6VP offenbar geglaubt hat, sie kann Verhandlungen gewinnen, wenn sie die Wahl verloren hat. F\u00fcr mich als Bef\u00fcrworter von blau-schwarzen Koalitionen ist das schade, weil ein b\u00fcrgerliches Modell rechts der Mitte handelt. Damit kommt dieses Land weiter. Manchen VP-Funktion\u00e4ren auf Bundesebene ist offensichtlich etwas anderes wichtig.<\/p>\n<p><strong>Viele FP-Forderungen, die aus den Verhandlungsprotokollen hervorgehen, sind mitunter verst\u00f6rend.<\/strong><\/p>\n<p>Die habe ich nicht gelesen, das waren keine Protokolle im eigentlichen Sinn. Und Endergebnis war es auch keines. Das gibt es erst, wenn ein Papier unterfertigt wird.<\/p>\n<p><strong>Gehen wir nach Ober\u00f6sterreich. Welche Schulnote w\u00fcrden Sie der Zusammenarbeit mit der VP geben?<\/strong><\/p>\n<p>Ich bin kein Lehrer, ich verteile keine Schulnoten, das macht der W\u00e4hler im Jahr 2027. Die Zusammenarbeit verl\u00e4uft sehr gut. Generell funktioniert die Arbeit im Landtag auf Sachebene, was auch die Vielzahl der einstimmigen Beschl\u00fcsse zeigt.<\/p>\n<p><strong>FP-Bundesparteiobmann Herbert Kickl und der Welser B\u00fcrgermeister Andreas Rabl sehen Sie als k\u00fcnftigen Landeshauptmann. Ist das das Ziel f\u00fcr 2027?<\/strong><\/p>\n<p>Es freut mich, wenn man mir das zutraut. Ich traue mir das nat\u00fcrlich auch zu. Es gibt niemanden, der mehr Erfahrung hat als ich im gesamten Landtag und in der Landesregierung. Ich werde aber nicht herumlaufen und sagen, ich will Landeshauptmann werden. Das muss man ruhig und g\u2019scheit angehen.<\/p>\n<p><strong>Sie scheuen also davor zur\u00fcck, das Duell mit Thomas Stelzer auszurufen?<\/strong><\/p>\n<p>Duelle sind immer gef\u00e4hrlich, weil es dabei immer nur einen \u00dcberlebenden gibt \u2013 das ist nicht meine Welt. Nach der Wahl wird es erneut eine Koalition mit den zwei st\u00e4rksten Parteien geben, die noch dazu \u00e4hnliche Ziele verfolgen \u2013 und das sind die FP\u00d6 und die \u00d6VP.<\/p>\n<p><strong>Ist also die Weiterf\u00fchrung einer Koalition mit der Volkspartei bereits gesetzt? Hat man nicht Angst, dass die VP auf die Idee kommen k\u00f6nnte, mit der SP\u00d6 zu koalieren?<\/strong><\/p>\n<p>Bei uns wei\u00df man, wof\u00fcr wir stehen. Sollten wir die st\u00e4rkste Kraft werden, werde ich selbstverst\u00e4ndlich mit der zweitst\u00e4rksten Partei zusammenarbeiten. Und wenn die \u00d6VP die st\u00e4rkste Partei bleibt \u2013 was ja viel wahrscheinlicher ist \u2013 dann werden wir nach mehr Einfluss dr\u00e4ngen. Alles andere hat der W\u00e4hler in der Hand.<\/p>\n<p><strong>Sie und Ihre Parteikollegen attackieren von Ober\u00f6sterreich aus gerne die Bundes-VP. Wirkt sich das auf das Klima im Land aus?<\/strong><\/p>\n<p>Das gr\u00f6\u00dfte Problem f\u00fcr die Landes-\u00d6VP ist die Bundes-\u00d6VP selbst. Au\u00dferdem kommt genug Kritik aus Kreisen, die eigentlich der VP nahestehen. Die sind mittlerweile auch am Verzweifeln, weil es so nicht weitergehen kann. Au\u00dferdem agieren wir in Ober\u00f6sterreich professionell, wir haben ja keinen Sitzkreis, in dem wir uns gegenseitig Befindlichkeiten ausrichten. Zum Landeshauptmann habe ich ein sehr gutes und pers\u00f6nliches Verh\u00e4ltnis, das trifft aber auf den gesamten Landtag zu. Es gibt bei jeder Partei Pers\u00f6nlichkeiten, die ich sch\u00e4tze und mit denen das Gespr\u00e4ch jederzeit m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p><strong>Der Welser B\u00fcrgermeister hat vor kurzem gesagt,\u00a0die Gemeindefinanzen in Ober\u00f6sterreich schlagen &#8222;am Boden auf&#8220;. H\u00f6ren Sie das auch von anderen freiheitlichen B\u00fcrgermeistern?<\/strong><\/p>\n<p>Die Gemeinden sind mit immer mehr Aufgaben konfrontiert, vieles kommt durch die EU herein. Aber klar ist, dass der Finanzausgleich sich \u00e4ndern muss. Wir m\u00fcssen auch die steigende Belastung bei den Krankenanstalten und Sozialhilfeverb\u00e4nden in den Griff bekommen.<\/p>\n<p><strong>Also eine prinzipielle Aufgabenbereinigung? Da gibt es mehrere Ideen, etwa die Krankenanstaltsbeitr\u00e4ge f\u00fcr Gemeinden zu streichen.<\/strong><\/p>\n<p>Da gibt es viele \u00dcberlegungen. Wir unterst\u00fctzen in Ober\u00f6sterreich die Gemeinden mit Hilfspaketen, aber das ist keine L\u00f6sung auf Dauer und f\u00fcr Gemeinden nicht befriedigend. Es braucht eine Aufgaben- und Strukturreform im Rahmen eines \u00d6sterreich-Konvents, wo einmal alle Karten auf den Tisch gelegt werden.<\/p>\n<p><strong>Ihre Naturschutzbeh\u00f6rde hat gegen eine Entscheidung des Landesverwaltungsgerichts au\u00dferordentliche Revision eingelegt.\u00a0Sie torpediert damit das Vorhaben eines Landwirts, der auf seinem Grund ein 15 Meter hohes Windrad aufstellen will. Wie passt das zum blauen Verst\u00e4ndnis von Freiheit?<\/strong><\/p>\n<p>Da Ihr Medium tagelang gegen meine Person kampagnisiert hat, m\u00f6chte ich ein paar Dinge klarstellen: Sie werden doch nicht im Ernst glauben, dass ich mich in meinem B\u00fcro mit einem 5-kW-Rad besch\u00e4ftige. Auch wenn es so inszeniert worden ist, ich habe dieses Verfahren nicht im Geringsten beeinflusst. Ich bin seit 16 Jahren Naturschutzreferent und habe in dieser Funktion keine einzige Weisung erteilt oder Einfluss auf ein Verfahren genommen. Es ist aber v\u00f6llig klar, dass man bei diesem Fall in die n\u00e4chste Instanz gehen muss. Mit der Argumentation des Landesverwaltungsgerichtes k\u00f6nnte jede Anlage \u00fcberall gebaut werden, weil auf einmal privates Interesse h\u00f6her eingesch\u00e4tzt wird als \u00f6ffentliches. Das ist nicht mein Verst\u00e4ndnis von Freiheit. In diesem Fall wurde etwas von einem \u00d6VP-Funktion\u00e4r mit Unterst\u00fctzung der O\u00d6Nachrichten zu einem Symbol aufgebauscht. Und dann ist auch noch der Eindruck entstanden, als h\u00e4tte ich dieses Verfahren geleitet.<\/p>\n<p><strong>Zum Thema Windkraft: Die FP\u00d6 versucht, bei Wirtschaftstreibenden und mit dem Ruf nach g\u00fcnstiger Energie zu punkten. Die Wirtschaftskammer und Industrie fordern einen raschen Ausbau der Windkraft. Wenn die Energie billiger werden soll, da w\u00e4re die Erh\u00f6hung des Angebots doch das Gebot der Stunde, dazu geh\u00f6rt auch die Windkraft.<\/strong><\/p>\n<p>Es hat eine Ausbauoffensive bei der Windkraft in ganz Europa gegeben, trotzdem ist der Strom seit 2020 um 100 Prozent teurer geworden. Der Ausbau der erneuerbaren Energie ohne entsprechende Netze und ohne Speicherm\u00f6glichkeiten schadet uns einfach wettbewerbsm\u00e4\u00dfig. Das besch\u00e4ftigt auch die Industrie. In \u00d6sterreich gibt es Betriebe, die selbst in Deutschland mit den dortigen Energiekosten noch Gewinne schreiben w\u00fcrden.<\/p>\n<p><strong>Daf\u00fcr gibt es eine Strompreiskompensation.<\/strong><\/p>\n<p>Schauen wir mal, ob das wirklich kommt. Wissen Sie, ich bin \u00fcberhaupt kein dogmatischer Windkraftgegner, ich bin aber nicht so wie andere ein monolithischer Propagandist daf\u00fcr. Ich orientiere mich ganz einfach an den Gegebenheiten des Marktes und an denen des Naturschutzes. Es gibt in Ober\u00f6sterreich Zonen, in denen Windkraft ihren Platz hat, dort soll sie ausgebaut werden. Aber wir haben auch eine Verantwortung gegen\u00fcber den nachfolgenden Generationen und dem Landschaftsbild.<\/p>\n<p><strong>Zum Abschluss: Sie sind 46 Jahre alt und seit fast 20 Jahren Berufspolitiker. K\u00f6nnen Sie sich ein Berufsleben abseits der Politik vorstellen? Haben Sie ein Ausstiegsszenario im Kopf?<\/strong><\/p>\n<p>Ich lebe und denke nicht in Szenarien, sondern in Verantwortung. Was mich in der Politik h\u00e4lt, sind meine beiden Kinder und das, was sich in der Realit\u00e4t abspielt \u2013 und das zu 100 Prozent.<\/p>\n<p><em>Das Sommerinterview ist am 31. Juli 2025 in der Printausgabe der O\u00d6N erschienen und auch unter <a href=\"https:\/\/www.nachrichten.at\/politik\/landespolitik\/manfred-haimbuchner-traut-sich-den-landeshauptmann-natuerlich-zu;art383,4073066\">https:\/\/www.nachrichten.at\/politik\/landespolitik\/manfred-haimbuchner-traut-sich-den-landeshauptmann-natuerlich-zu;art383,4073066<\/a> zu finden. <\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;\t\t<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>LINZ. Landeshauptmann-Stellvertreter Manfred Haimbuchner (FP) im O\u00d6N-Sommerinterview mit Sigrid Brandst\u00e4tter und Philipp Fellinger \u00fcber seine Ambitionen auf den den Posten als Landeshauptmann. Landeshauptmann-Stellvertreter Manfred Haimbuchner (FP) spricht im Sommer-Interview \u00fcber die Zusammenarbeit mit der \u00d6VP, seine Haltung zur Bundespolitik und seine Bedenken gegen\u00fcber Windkraft. 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