{"id":21469,"date":"2025-08-25T08:22:15","date_gmt":"2025-08-25T06:22:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fpoe-ooe.at\/?p=21469"},"modified":"2025-08-25T08:22:15","modified_gmt":"2025-08-25T06:22:15","slug":"steinkellner-im-kurier-sommerinterview-autonome-busse-zwischen-pregarten-und-hagenberg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fpoe-weisskirchen.at\/fpoeoe2023\/steinkellner-im-kurier-sommerinterview-autonome-busse-zwischen-pregarten-und-hagenberg\/","title":{"rendered":"Steinkellner im KURIER- Sommerinterview: \u201eAutonome Busse zwischen Pregarten und Hagenberg\u201c"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t<em>G\u00fcnther Steinkellner.\u00a0Der Verkehrslandesrat G\u00fcnther Steinkellner k\u00fcndigt im KURIER-Sommerinterview mit Chefredakteur Dr. Josef Ertl an, dass er 2026\/27 mit autonom fahrenden Bussen zwischen Pregarten und Hagenberg starten will. G\u00fcnther Steinkellner ist seit 2015 Mitglied der Landesregierung. Der 63-j\u00e4hrige FP\u00d6-Politiker ist verantwortlich f\u00fcr die Infrastruktur, also f\u00fcr Bahn und Stra\u00dfe. Sein Herzensprojekt ist die Regionalstadtbahn Linz<\/em>.<\/p>\n<p><strong>KURIER:\u00a0Am Marienfeiertag hat meine Autofahrt von Linz nach Traunkirchen zwei Stunden gedauert.\u00a0Kolonnenverkehr und Staus auf der A1 bis Regau, Stillstand von Gmunden nach Altm\u00fcnster, v\u00f6llige \u00dcberlastung. Wie wollen Sie das l\u00f6sen?<\/strong><br \/>\n<strong>G\u00fcnther Steinkellner:\u00a0<\/strong>Indem das, was wir seit sieben Jahren wollen, n\u00e4mlich die Autobahn von Sattledt bis Regau dreispurig auszubauen, endlich passiert. Leider haben die Gr\u00fcnen, insbesondere Ministerin Gewessler, diesen Ausbau verhindert und damit bewusst eine Stausituation zur Qu\u00e4lerei der Autofahrer hervorgerufen.<\/p>\n<p><strong>Besteht mit der neuen Regierung eine realistische Chance auf einen dreispurigen Ausbau?<\/strong><br \/>\nEr muss kommen, denn sonst kommt der Verkehr zum Erliegen. Es bedarf einer Verkehrsprognose, die von Ministerin Gewessler f\u00fcnf Jahre verz\u00f6gert wurde. Sie ist die gesetzliche Voraussetzung f\u00fcr den dreistreifigen Ausbau. Ich habe die Verkehrsprognose bereits mehrfach bei Infrastrukturminister Hanke urgiert.<\/p>\n<p><strong>Seine Antwort?<\/strong><br \/>\nEr sieht das \u00e4hnlich und macht sie.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong><em>&#8222;Die Verkehrsprogonose wurde von Ministerin Gewessler f\u00fcnf Jahre lang verhindert.&#8220;<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\n<strong>Die Heimischen im Salzkammergut klagen \u00fcber die verkehrsm\u00e4\u00dfige \u00dcberlastung. Welche L\u00f6sungen sind m\u00f6glich?<\/strong><br \/>\nSpitzenbelastungen in den Ferien stellen ein echtes Problem dar. Sie reduzieren sich auf wenige Zeiten im Sommer. Die Bundesstra\u00dfe 145 (V\u00f6cklabruck-Bad Aussee) kann man nicht erweitern. Eine Untertunnelung von Altm\u00fcnster ist nicht finanzierbar.<\/p>\n<p><strong>In unserem letzten Interview haben Sie angek\u00fcndigt, dass die Linzer Stadtautobahn vom Bindermichltunnel zur Westautobahn 2026 jeweils dreispurig ausgebaut wird, um die t\u00e4glichen Staus zu beenden. Bleibt es dabei?<\/strong><br \/>\nIch bin guter Hoffnung. Mit Verkehrsminister Hanke werden wir versuchen, den Pannenstreifen zu aktivieren. Wir untersuchen derzeit, ob daf\u00fcr eine weitere Umweltvertr\u00e4glichkeitspr\u00fcfung notwendig ist.<\/p>\n<p><strong>Die drei Spuren sind ja bereits vorhanden.<\/strong><br \/>\nSie sind als Pannenstreifen und nicht als Fahrstreifen gewidmet. Wir hoffen, dass wir sie ohne Verfahren als Fahrstreifen freigeben k\u00f6nnen. Dann kann das 2026 passieren. Ich bin hoffnungsfroh.<\/p>\n<p><strong>Sie haben angek\u00fcndigt, mit dem neuen Linzer B\u00fcrgermeister Wolfgang Prammer ein Gespr\u00e4ch \u00fcber die Notwendigkeit des Baus der Linzer Ostumfahrung zu f\u00fchren. Was hat es ergeben?<\/strong><br \/>\nDas Gespr\u00e4ch hat stattgefunden. Der B\u00fcrgermeister wartet auf die Verkehrsprognose. Auf der M\u00fchlviertler Schnellstra\u00dfe S 10 haben wir einen durchschnittlichen Verkehrszuwachs von vier Prozent j\u00e4hrlich. Der normale j\u00e4hrliche Verkehrszuwachs betr\u00e4gt zwei Prozent.<br \/>\nEs wird k\u00fcnftig viel mehr Verkehr auf dieser Strecke geben. Denn die Strecke von Dresden nach Linz ist \u00fcber Prag und Budweis um 120 km k\u00fcrzer als die Strecke \u00fcber das bayerische Hof und Suben. Zudem zahlen die Lkw durch Deutschland eine wesentliche h\u00f6here Maut. 60 Prozent des Verkehrs f\u00e4hrt durch Linz durch.<br \/>\nAuch f\u00fcr die Ostumfahrung fehlt das Verkehrsprognosemodell des Ministeriums, was eine Verz\u00f6gerung von mehreren Jahren bedeutet.<\/p>\n<p><strong>Wann wird mit den Ausbuchtungen auf der Innkreisautobahn begonnen, die es erm\u00f6glichen sollen, an manchen Stellen dreispurig zu fahren?<\/strong><br \/>\nAuch hier brauchen wir das Verkehrsprognosemodell.<\/p>\n<p><strong>Sie haben vor der Einstellung der drei Regionalstrecken Almtalbahn, Hausruckbahn und M\u00fchlkreisbahn gewarnt. Wie ist der Stand der Dinge?<\/strong><br \/>\nEs ist mir ein gro\u00dfes Anliegen, dass die M\u00fchlkreisbahn bis Aigen-Schl\u00e4gl erhalten bleibt. Eine Verkehrszunahme von zwei Prozent bedeutet, dass es in zehn Jahren auf der Bundesstra\u00dfe 127 rund 25 bis 30 Prozent mehr Verkehr geben wird. Wenn ich in die USA oder nach China schaue, gibt es dort autonom fahrende Fahrzeuge, die die Menschen aus ihren Siedlungsgebieten abholen, sie zu einer Hauptachse bringen und in die Stadt bzw. aus der Stadt heraus bringen. Dieses Modell brauchen wir, daf\u00fcr ist eine attraktive Bahn notwendig. Wir wollen das mit der Regio- Stadtbahn und den neuen Fahrzeugen attraktivieren.<\/p>\n<p><strong>Sie sprechen des \u00d6fteren \u00fcber die autonom fahrenden Busse. Wann ist es so weit?<\/strong><br \/>\nAutonomes Fahren ist mir ganz wichtig. Wir werden im n\u00e4chsten oder im \u00fcbern\u00e4chsten Jahr zwischen Pregarten und Hagenberg ein Pilotprojekt im Echtverkehr starten. Das bietet sich wegen der Fachhochschule an. Ich habe das selbst in anderen Kontinenten getestet. Europa schl\u00e4ft noch und \u00d6sterreich schl\u00e4ft noch l\u00e4nger.<\/p>\n<p><strong>Gibt es daf\u00fcr bereits die rechtlichen Rahmenbedingungen?<\/strong><br \/>\nIn Deutschland ist Level 4 bereits genehmigt. Ich habe Bundesminister Hanke empfohlen, das deutsche Gesetz zu \u00fcbernehmen. F\u00fcr Hagenberg-Pregarten sind zwei oder vier Busse und ein Operator vorgesehen (der Operator \u00fcberwacht die autonom fahrenden Busse aus der Ferne, Anm.d. Red.).<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">&#8222;<em><strong>\u00d6sterreich und Europa schlafen beim autonomen Fahren.&#8220;\u00a0<\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Wie sieht die Zukunft der Almtalbahn aus?<\/strong><br \/>\nEs w\u00e4re Schwachsinn, wenn die \u00d6BB keinen G\u00fcterverkehr bis Sattledt durchf\u00fchren, weil dort gro\u00dfe Firmen wie Hofer ihre Logistikzentren haben. Das Land O\u00d6 betreibt keinen G\u00fcterverkehr.<br \/>\nF\u00fcr alle Bahnstrecken gilt, dass wir zwei Vertr\u00e4ge mit den Bundesbahnen haben. Bis 2029 einen In frastrukturvertrag und bis 2033 einen Verkehrsdienstevertrag, die die \u00d6BB zum Fahren verpflichten. Ein Techniker der \u00d6BB hat mit der Umstellungsdrohung auf Busse \u00fcber das Ziel hinausgeschossen. Die o\u00f6. Schiene k\u00f6nnte die M\u00fchlkreisbahn \u00fcbernehmen, die Frage ist, wie viel Geld wir vom Bund und von den \u00d6BB daf\u00fcr bekommen.<\/p>\n<p><strong>Was ist mit der Hausruckbahn?<\/strong><br \/>\nHier gibt es zwei Streckenabschnitte, Attnang-Puchheim-Ried\/I. und Ried-Sch\u00e4rding. Die Strecke Ried-Sch\u00e4rding wird von den \u00d6BB zweifellos weiterbetrieben, denn rund um Ort\/I. ist ein Industriegebiet. Von den \u00d6BB problematisch gesehen wird die Strecke von Attnang nach Ried. Denn die \u00d6BB haben im Zielnetz 2040 die neue Innkreisbahn in Planung. Es geht hier um eine neue West-Ost-Verbindung von Paris bis Bukarest. Sie wird neu trassiert \u00fcber den Flughafen M\u00fcnchen gef\u00fchrt. Die Streckenf\u00fchrung ist noch unklar, unklar ist auch, wo der Knoten sein wird. Die Frage ist, wie viel investiert man in eine Strecke, die m\u00f6glicherweise mit der neuen Innkreisbahn neu trassiert werden wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em><strong>&#8222;Nach dem LILO-Radweg m\u00f6chte ich den Radweg von Puchenau nach Ottensheim bauen.&#8220;<\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Was ist mit der Summerauerbahn (Linz-Budweis)?<\/strong><br \/>\nWir haben im Gespr\u00e4ch mit Hanke urgiert, dass sie ins Zielnetz 2040 mit einer kompletten Neutrassierung aufgenommen wird. Es kann sein, dass das im Austausch gegen ein anderes \u00d6BB-Projekt sehr rasch passieren wird.<\/p>\n<p><strong>Wann werden da die ersten Z\u00fcge fahren?<\/strong><br \/>\nBeim Zielnetz 2040 rechne ich mit den ersten Z\u00fcgen zwischen 2045 und 2050.<\/p>\n<p><strong>Ihr Herzensprojekt ist die Regio-Stadtbahn Linz. L\u00e4uft alles nach Plan?<\/strong><br \/>\nJa, es l\u00e4uft alles nach Plan. Wir m\u00fcssen bereits jetzt genau wissen, wo fahren die Z\u00fcge genau im Gegenverkehr, wo fahren wir eingleisig etc. Die Abstimmungen m\u00fcssen bereits jetzt minuti\u00f6s sein. Der Baustart ist f\u00fcr 2028 geplant. Vielleicht schon fr\u00fcher.<\/p>\n<p><strong>Ein Nadel\u00f6hr ist die Donaubr\u00fccke Mauthausen, wo ein Neubau notwendig ist.\u00a0Wie lange kann dort die Donau noch \u00fcberquert werden?<\/strong><br \/>\nEs ist eine Katastrophe, dass man das nicht fr\u00fcher angegangen ist. Wir k\u00f6nnen wegen naturschutzrechtlicher Einspr\u00fcche, wegen Mittelspecht und Fledermaus leider nicht bauen. Sonst k\u00f6nnten wir seit 2024 bauen. Ein sozialistischer B\u00fcrgermeister in Nieder\u00f6sterreich und Umweltorganisationen haben die Einspr\u00fcche erhoben.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Wir wissen nicht, wie lange der Br\u00fcckentechniker die alte Br\u00fccke f\u00fcr befahrbar h\u00e4lt. Die fr\u00fcheste M\u00f6glichkeit, ein neues Tragwerk auf den alten Standort zu legen, ist 2028. Denn die \u00d6BB m\u00fcssen die Br\u00fcckenpfeiler donauaufw\u00e4rts erweitern, damit ein Br\u00fcckentragwerk darauf gelegt werden kann. Wir hoffen, dass wir die Br\u00fccke bis zu diesem Zeitpunkt ert\u00fcchtigen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong><em>&#8222;Winkler hat keine Ahnung, er ist ein Schm\u00e4htandler. Er will sich profilieren.&#8220;\u00a0<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Mein Plan war, dass wir donauabw\u00e4rts eine neue Br\u00fccke bauen, dann h\u00e4tten wir den Verkehr umlenken k\u00f6nnen und die alte Br\u00fccke ersetzen. Durch die Einspr\u00fcche ist es zeitkritisch, sodass wir jetzt Plan B verfolgen.<\/p>\n<p><strong>Der neue SP\u00d6-Landesvorsitzende und Landesrat Martin Winkler hat Sie deswegen massiv kritisiert und Sie als Staulandesrat tituliert.<\/strong><br \/>\nEr hat keine Ahnung. Er ist ein Schm\u00e4htandler, er soll sich einmal informieren. Er sucht Profilierung, damit er bekannt wird. Es ist schade, dass er sich mit Falschmeldungen profilieren will.<\/p>\n<p><strong>Welche wichtigen Infrastrukturprojekte verfolgen Sie noch?<\/strong><br \/>\nDer vierstreifige Ausbau der Bundesstra\u00dfe 1 in Marchtrenk, da sind wir ins Umweltvertr\u00e4glichkeitspr\u00fcfungsverfahren gegangen. Wir werden mit dem Bau der Umfahrung Mattighofen beginnen. Das notwendigste Projekt ist die Linzer Ostumfahrung.<\/p>\n<p><strong>Welche Projekte gibt es f\u00fcr die Radfahrer?<\/strong><br \/>\nDer LILO-Radweg von Linz nach Alkoven ist mein Herzensanliegen.<\/p>\n<p><strong>Ist er noch nicht fertig?\u00a0Sie reden schon lange davon.<\/strong><br \/>\nWir reden schon lange dar\u00fcber, wir verhandeln schon seit f\u00fcnf Jahren mit einem einzelnen Grundeigent\u00fcmer. Es ist extrem schwierig im urbanen Bereich. Nach dem LILO-Radweg w\u00fcrde ich den Radweg von Puchenau nach Ottensheim bauen.<\/p>\n<p><strong>Was ist mit dem Weiterbau des Radwegs von Linz-Margarethen nach Wilhering?<\/strong><br \/>\nIch m\u00f6chte die Gemeinde Wilhering radm\u00e4\u00dfig \u00fcber den LILO-Radweg und D\u00f6rnbach einbinden. Denn dort wohnen die meisten Menschen. Einen Radweg von Linz nach Wilhering zu bauen ist sehr teuer, und man bindet lediglich jene Bewohner ein, die oberhalb des Stiftes wohnen. Es ist deshalb aus meiner Sicht sinnvoller, zuerst den Radweg auf der anderen Donauseite zwischen Puchenau und Ottensheim zu bauen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><em>Das Interview ist am Sonntag, 24. August 2025 in der Printausgabe und unter <a href=\"https:\/\/kurier.at\/chronik\/oberoesterreich\/verkehrslandesrat-setze-erstmals-autonome-busse-zwischen-pregarten-und-hagenberg-ein\/403075693\">https:\/\/kurier.at\/chronik\/oberoesterreich\/verkehrslandesrat-setze-erstmals-autonome-busse-zwischen-pregarten-und-hagenberg-ein\/403075693<\/a> erschienen.<\/p>\n<p><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>G\u00fcnther Steinkellner.\u00a0Der Verkehrslandesrat G\u00fcnther Steinkellner k\u00fcndigt im KURIER-Sommerinterview mit Chefredakteur Dr. Josef Ertl an, dass er 2026\/27 mit autonom fahrenden Bussen zwischen Pregarten und Hagenberg starten will. G\u00fcnther Steinkellner ist seit 2015 Mitglied der Landesregierung. Der 63-j\u00e4hrige FP\u00d6-Politiker ist verantwortlich f\u00fcr die Infrastruktur, also f\u00fcr Bahn und Stra\u00dfe. Sein Herzensprojekt ist die Regionalstadtbahn Linz. 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