{"id":21487,"date":"2025-09-04T10:32:49","date_gmt":"2025-09-04T08:32:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fpoe-ooe.at\/?p=21487"},"modified":"2025-09-04T10:32:49","modified_gmt":"2025-09-04T08:32:49","slug":"haimbuchner-im-rundschau-interview-lgbtq-bewegung-ist-sektiererei-und-verunsichert-familien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fpoe-weisskirchen.at\/fpoeoe2023\/haimbuchner-im-rundschau-interview-lgbtq-bewegung-ist-sektiererei-und-verunsichert-familien\/","title":{"rendered":"Haimbuchner im Rundschau-Interview: &#8222;LGBTQ-Bewegung ist Sektiererei und verunsichert Familien&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t<em>Ober\u00f6sterreichs FP\u00d6-Chef und Landeshauptmann-Stellvertreter Manfred Haimbuchner spricht im MeinBezirk O\u00d6-Sommerinterview mit Chef-Red.-Stv. Thomas Kramesberger \u00fcber den Wohnbau, sein Familienbild, die geplanten Windkraftzonen in Ober\u00f6sterreich. Warum Haimbuchner &#8222;kein Pferd&#8220; ist, und weshalb er denkt, dass Verbund-Chef Michael Strugl unrecht hat, lesen Sie im Interview.<\/em><\/p>\n<p><strong>Von den Banken h\u00f6rt man, die Nachfrage nach Wohnbaukrediten sei ein St\u00fcck weit zur\u00fcck. Inwieweit sehen Sie einen gleichen Trend bei Wohnbauf\u00f6rderungen?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Haimbuchner<\/strong>: Wir sehen, dass die Nachfrage leicht anzieht, wobei der Trend bei den Eigenheimen st\u00e4rker ist. Da gab es Nachzieheffekte, weil der klassische H\u00e4uslbauerbereich in den letzten Jahren wirklich am Boden lag. Einerseits durch die KIM-Verordnung, aber auch durch die allgemeine Unsicherheit. Es gab bis Juni 2025 dreimal mehr Antr\u00e4ge als im vergangenen Jahr. Wir rechnen heuer mit einer soliden Entwicklung im Eigenheimbereich, die erfreulich ist. Es gibt noch keinen Grund zum Jubeln, aber es ist ein positiver Trend erkennbar.<br \/>\nIm mehrgeschossigen Wohnbau rechnen wir wieder mit mehr als 2.000 Wohneinheiten. Da muss man dazu sagen, dass die Nachverdichtungsf\u00f6rderung sehr hilft \u2013 es gibt also f\u00fcr Um- oder Zubauten auf bereits versiegelte Fl\u00e4chen im mehrgeschossigen Wohnbau eine F\u00f6rderung. Und auch der Sanierungsbereich zieht an. Sehr schwierig ist nach wie vor der Eigentumswohnungsbereich, da wird sehr wenig gebaut und verkauft.<\/p>\n<p><strong>Die Arbeiterkammer hat eine Studie ver\u00f6ffentlicht, wonach die H\u00e4lfte der Ober\u00f6sterreicher, die bauen oder was kaufen wollen, sich den Traum vom Eigenheim nicht erf\u00fcllen k\u00f6nnen. Ist das nicht ein Alarmsignal f\u00fcr die Politik?<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Es war immer schon so, dass sich ein gro\u00dfer Teil derjenigen, die sich Eigentum w\u00fcnschen, diesen Wunsch nicht realisieren kann. Was ich bei der Arbeiterkammer interessant finde, ist, dass gerade die AK auf Eigentum gar nicht viel Wert legt. Unsere Antwort darauf ist ganz einfach: Runter mit Steuern, Geb\u00fchren, Abgaben und Lohnnebenkosten, um Eigentum wieder attraktiv zu machen. Nicht von Reichensteuern und Verm\u00f6genssteuern philosophieren, die Leute schrecken, sondern Leistung wieder belohnen. Das geht eben nicht in einem sozialistischen Modell, sondern nur in einem freiheitlichen Modell.<\/p>\n<p><strong>AK O\u00d6-Pr\u00e4sident Andreas Stangl hat ein Erh\u00f6hen der Wohnbauf\u00f6rderung sowie einen Wohnbonus gefordert. Was sagen Sie dazu?<\/strong><\/p>\n<p>Das ist ein sehr einfacher, sozialistischer Zugang, die F\u00f6rderungen zu erh\u00f6hen, aber die F\u00f6rderung alleine ist nicht das Thema. Es muss einfach mehr Netto vom Brutto \u00fcbrigbleiben. Wir m\u00fcssen wieder in eine Gesellschaft zur\u00fcckkehren, in der es Leistungsanreize gibt und junge Menschen das Gef\u00fchl haben: Ja, wenn ich mehr leiste, kann ich mir auch Eigentum leisten. Bei der Wohnbauf\u00f6rderung ist Berechenbarkeit wichtig, das Vertrauen, dass es diese F\u00f6rderung gibt. Und es gibt kein Bundesland, das mehr baut als Ober\u00f6sterreich. Es gibt kein Bundesland, in dem es eine bessere Eigenheimf\u00f6rderung gibt. Es gibt kein Bundesland, das mehr saniert. Es gibt kein Bundesland, das eine h\u00f6here Wohnbeihilfe, also den Mietenzuschuss, hat. Also, wir haben alles richtig gemacht<strong>!<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>\u00a0<\/strong><strong>Schwerpunkt in der traditionellen Familie<\/strong><\/p>\n<p><strong>Sie sind in der Landesregierung f\u00fcr Familien zust\u00e4ndig und haben schon \u00f6fter betont: Ihr Idealbild der Familie ist Vater \u2013 Mutter \u2013 Kind. Inwiefern haben gleichgeschlechtliche Partnerschaften Platz in einem freiheitlichen \u00d6sterreich?<\/strong><\/p>\n<p>In einer freiheitlich-liberalen Welt hat auch diese Form selbstverst\u00e4ndlich ihren Platz. Ich will niemandem vorschreiben, wie er zu leben hat. Aber als freiheitlicher Politiker, der ein gesellschaftspolitisch konservatives Weltbild hat, sage ich ganz deutlich, was der Staat zu unterst\u00fctzen hat. Ohne Familien, ohne Kinder, gibt&#8217;s keine Zukunft, da werden wir aussterben. Jeder kann seine Lebensform im gesetzlichen Rahmen so w\u00e4hlen, wie er will, das ist \u00fcberhaupt keine Frage. Aber es geht darum, wie man Schwerpunkte setzt: Meine Schwerpunkte liegen in der traditionellen Familie<strong>.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Es hat im Vorjahr gro\u00dfe Aufregung gegeben, als FP\u00d6-Landesparteisekret\u00e4r Michael Gruber eine Regenbogenfahne in einen M\u00fcllk\u00fcbel gestopft hat. Wie stehen Sie zu dieser Aktion?<\/strong><\/p>\n<p>Also, da hat sich niemand zu gleichgeschlechtlichen Ehen ge\u00e4u\u00dfert, sondern zu einem Trend im deutschsprachigen Raum, der LGBTQ-Bewegung. Es sprechen mich auch homosexuelle Paare an, die von dieser LGBTQ-Bewegung nicht vereinnahmt werden m\u00f6chten. Sie leiden darunter, da sie f\u00fcr ihre Rechte gek\u00e4mpft haben und jetzt in einen Topf geworfen werden mit Menschen, die glauben, sie k\u00f6nnen jeden Tag ihr Geschlecht wechseln. Man gibt einer Gruppe Ideologen Raum in den Medien, das bedeutet eine Verunsicherung f\u00fcr Familien und Kinder. Das ist etwas, das wir auch in Zukunft immer wieder thematisieren werden.<\/p>\n<p><strong>Also finden Sie die Aktion von Herrn Gruber okay?<\/strong><\/p>\n<p>Es ist ganz klar, wof\u00fcr wir eintreten. Das sind die Rechte f\u00fcr Familien und die Sorge, dass durch diese LGBTQ-Bewegung, diese Sektiererei, das traditionelle Familienbild an den Rand gestellt wird. Man muss sich fast rechtfertigen, wenn man ein anderes Familienbild hat \u2013 und ich habe ein anderes Familienbild. \u00dcberhaupt haben wir ganz andere Probleme in unserem Land, als uns st\u00e4ndig \u00fcber Randgruppen zu unterhalten, die in den Medien gro\u00dfen Raum einnehmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>EU k\u00f6nnte einen Windpark Sandl kippen<\/strong><\/p>\n<p><strong>Dann sprechen wir \u00fcber die Windkraft: Nach dem Schwenk von Landeshauptmann Thomas Stelzer (\u00d6VP) gibt es eine andere politische Situation. Das Projekt in Sandl darf nun die UVP durchlaufen und k\u00f6nnte genehmigt werden.<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr mich ist die Situation \u00fcberhaupt nicht anders, die \u00d6VP hat intern eine andere Situation. Ich bin seit 16 Jahren Naturschutzreferent und verweise auf einen Fall, der ein bisschen in Vergessenheit geraten ist: Es gab vor Jahren einen Plan zur Umwidmung des Flugplatzgel\u00e4ndes in Wels in ein Betriebsbaugebiet. Und ich habe im Laufe des Verfahrens darauf hingewiesen, dass es eine Beschwerdem\u00f6glichkeit der Umweltanwaltschaft bei der EU-Kommission gibt, die dieses Projekt zu Fall bringen k\u00f6nnte. Mittlerweile wissen alle, wie die Sache ausgegangen ist.<br \/>\nDie Region in Sandl ist ein potenzielles Flora-Fauna-Habitatrichtline-Gebiet und ein potenzielles Vogelschutzgebiet. Deswegen hat man diesen Bereich negativ zoniert, es haben sich die fachlichen Grundlagen also \u00fcberhaupt nicht ge\u00e4ndert. Insofern wird das noch eine sehr lange Geschichte werden. Es geht nicht darum, was der Landeshauptmann gesagt hat, oder die \u00d6VP meint \u2013 das ist ein tiefgehendes, sachliches Thema.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>\u00d6VP hat beim Thema Windkraft wackelige Beine<\/strong><\/p>\n<p><strong>Sind Sie entt\u00e4uscht \u00fcber den Schwenk der \u00d6VP?<\/strong><\/p>\n<p>Nein, dass die \u00d6VP bei dem Thema wackelige Beine hat, ist mir schon klar. Aber das ist eine Frage, die die \u00d6VP f\u00fcr sich kl\u00e4ren muss. Alles, was ich bei der Pressekonferenz vor Weihnachten gesagt habe, hat sich bis heute nicht ge\u00e4ndert. Wenn andere einen anderen Kurs fahren, dann m\u00fcssen sie diesen erkl\u00e4ren. Ich bin auch f\u00fcr die Planung dieser Gebiete nicht federf\u00fchrend verantwortlich, sondern das ist Kollege Achleitner \u2013 er hat das zu erkl\u00e4ren.<br \/>\nIch wei\u00df nat\u00fcrlich, dass sich die Sachlage wegen der EU ge\u00e4ndert hat, aber ich kenne die Themen des Naturschutzes sehr gut, und dieses Verfahren wird Jahre in Anspruch nehmen. Denn ich bin davon \u00fcberzeugt, dass diese Problematik durch die Umweltanwaltschaft bei der Europ\u00e4ischen Kommission landen wird.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><strong>Hat man mit der neuen Linie nicht jetzt eine T\u00fcr ge\u00f6ffnet? Denn es k\u00f6nnten weitere Projekte, die in den n\u00e4chsten Monaten zur UVP eingereicht werden, nicht in die Zonierung fallen.<\/strong><\/p>\n<p>Die Frage ist absolut berechtigt, aber es ist immer entscheidend, die Gesetze zum Entscheidungszeitpunkt zu ber\u00fccksichtigen. Dass Projektbetreiber \u2013 unabh\u00e4ngig von Sandl \u2013 quasi Genehmigungen auf Vorrat sammeln bzw. den Gesetzgeber beeinflussen k\u00f6nnten, scheint mir juristisch unhaltbar.<\/p>\n<p><strong>Der Elch ist mehrmals im Begr\u00fcndungsschreiben zu den Ausschlusszonen genannt. Plump gefragt: Warum sollte ein Elch ein Problem haben, wenn er an einem Windrad in Sandl vorbeigeht?<\/strong><\/p>\n<p>Das ist tats\u00e4chlich eine plumpe Frage. Sie wissen genau, dass der Elch vom Naturschutz \u00fcberhaupt nicht thematisiert wurde, sondern einfach im Rahmen eines Begleitschreibens erg\u00e4nzend darauf hingewiesen wurde, dass es diese Tierart auch gibt. Elche gibt es, und man hat so getan, als w\u00fcrde es dieses Tier \u00fcberhaupt nicht geben. Nicht pers\u00f6nlich nehmen, aber auch ihr Medium hat sich selbst der L\u00e4cherlichkeit preisgegeben.<\/p>\n<p><strong>Kritik angekommen. Trotzdem ist es so, dass aufgrund von gewissen Tieren eine Ausschlusszone verordnet wird, oder?<\/strong><\/p>\n<p>Die gr\u00f6\u00dften Ausschlusszonen betreffen nicht Tiere, sondern Menschen.<\/p>\n<p><strong>Aber die von Ihnen zuvor genannte Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie hat wahrscheinlich was mit dem Tierschutz zu tun.<\/strong><\/p>\n<p>Das ist nicht Tierschutz, sondern Naturschutz. Ich bin fachlich in dem Thema durchaus drin. F\u00fcr den Tierschutz sind andere in der Landesregierung zust\u00e4ndig. Den gr\u00f6\u00dften Teil der Ausschlusszonen gibt es nicht wegen gef\u00e4hrdeter Arten, sondern aufgrund des Menschenschutzes. Das wird in der Diskussion oft nicht ber\u00fccksichtigt.<br \/>\nDass ich als Naturschutzreferent auch f\u00fcr den Artenschutz zust\u00e4ndig bin, und mich daf\u00fcr einsetze, ist auch logisch. Es gibt auch Tierarten, die massiv von Windkraft betroffen sind. Auch wenn es oft l\u00e4cherlich gemacht wird, gibt es V\u00f6gel, die durch Windkraftr\u00e4der nicht nur verletzt, sondern auch get\u00f6tet werden. Das im Natur- und Artenschutz erreichte darf nicht einfach f\u00fcr eine andere Ideologie v\u00f6llig ad acta gelegt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>&#8222;Versuch, den Naturschutz ins L\u00e4cherliche zu ziehen&#8220;<\/strong><\/p>\n<p><strong>Also die Ausschlusszonen sch\u00fctzen auch Tiere?<\/strong><\/p>\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich.<\/p>\n<p><strong>Auch den Elch und den Hirsch und andere, oder?<br \/>\n<\/strong>Es gibt eine breite Auflistung von Tierarten, die davon betroffen sind. Die Rundschau hat geschrieben, es gibt keinen Elch &#8230;<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><strong>&#8230; das haben wir nicht geschrieben.<\/strong><\/p>\n<p>Sie haben &#8218;Phantom-Elch&#8216; geschrieben.<\/p>\n<p><strong>Dieser Ausdruck stammt von den Kollegen eines anderen Mediums.<\/strong><\/p>\n<p>Man muss dazu sagen, dass der Elch sogar im Jagdgesetz geregelt ist. Der L\u00f6we ist nicht im Jagdgesetz geregelt, den gibt&#8217;s tats\u00e4chlich nicht. Also, wieso ist der Elch im Jagdgesetz geregelt, wenn es ihn \u00fcberhaupt nicht gibt oder geben kann?<\/p>\n<p><strong>V\u00f6llig klar, ich wollte eigentlich auf etwas anderes hinaus &#8230;<\/strong><\/p>\n<p>Nein, medial ist das \u00fcberhaupt nicht klar. Man hat versucht, den Naturschutz durch ein Beispiel ins L\u00e4cherliche zu ziehen. Das trifft einfach nicht zu. Ich habe das in einer umfangreichen Anfragebeantwortung im Landtag dargelegt und das konnte bis dato fachlich noch niemand entkr\u00e4ften.<strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>M\u00fcsste es nicht dieser Logik folgend im ganzen Kobernau\u00dferwald eine rote Zone geben? Ein riesiger Wald und \u00fcberall Tiere.<\/strong><\/p>\n<p>Es gibt dort Beschleunigungszonen, es gibt dort auch Ausschlusszonen.<\/p>\n<p><strong>Aber m\u00fcsste nicht der ganze Kobernau\u00dferwald eine Ausschlusszone sein?<\/strong><\/p>\n<p>In einem Teil gibt es bereits Windr\u00e4der, also eine Ver\u00e4nderung der Landschaft. Nebenbei erw\u00e4hnt: Auch die geplanten, zus\u00e4tzlichen Windr\u00e4der im Kobernau\u00dferwald m\u00fcssen im Verfahren fachlich erneut beurteilt werden. Es ist auch meine Verantwortung als Naturschutzreferent, zu schauen, wo Windr\u00e4der \u00fcberhaupt theoretisch m\u00f6glich w\u00e4ren. Wo ist das \u00f6ffentliche Interesse gegeben, und wo dieses Interesse nicht gegeben bzw. liegt das Interesse des Naturschutzes h\u00f6her als das Interesse an Energiegewinnung. Aber dort, im Kobernau\u00dferwald, gibt es bereits Eingriffe in die Natur \u2013 und es ist nicht der ganze Kobernau\u00dferwald eine Beschleunigungszone, sondern nur ein ganz kleiner Bereich. Der Rest ist Ausschlusszone<strong>.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>&#8222;Verbund-Chef Strugl hat unrecht&#8220;<\/strong><\/p>\n<p><strong>Verbund-Chef Michael Strugl hat gesagt: Wenn man Windkraft im M\u00fchlviertel verhindert, muss man Atomstrom aus Tschechien importieren.<\/strong><\/p>\n<p>Wir werden immer Energie importieren m\u00fcssen, gerade wegen der Windkraft, weil die sehr volatil ist. Das Problem ist eher nicht, dass wir Atomstrom importieren m\u00fcssten, sondern dass wir selbst Strom exportieren \u2013 vor allem in Zeiten, in denen die entsprechende Nachfrage nicht vorhanden ist. F\u00fcr jedes Windkraftprojekt br\u00e4uchte man im Prinzip eine Batterie \u2013 da geht es nicht um eine kleine Duracell-Batterie, sondern um ein Speicher- oder ein Gaskraftwerk. Nur so kann man die Volatilit\u00e4t ausgleichen. Michael Strugl ist ein gescheiter Mensch, der wei\u00df, dass wir in \u00d6sterreich 320 Terawattstunden Energie pro Jahr verbrauchen \u2013 und der gr\u00f6\u00dfte Teil wird nicht durch Strom gedeckt, sondern durch andere Energietr\u00e4ger. Die Windkraft ist ein Zuckerguss, etwas f\u00fcr Gruppen in unserer Gesellschaft, die sich moralisch besser f\u00fchlen m\u00f6chten. Aber sie kann das Problem der Energiewende \u00fcberhaupt nicht l\u00f6sen.<\/p>\n<p><strong>Sie sagen, Windkraft ist der Zuckerguss. Strugl sagt, die Windkraft spielt eine zentrale Rolle im Energiemix. Hat er unrecht?<\/strong><\/p>\n<p>Ja, er hat unrecht, diese Aussage ist falsch. Die Wasserkraft spielt in \u00d6sterreich eine zentrale Rolle, die Windkraft spielt eine Rolle, aber keine zentrale Rolle. Vor Kurzem hat auch eine Verbundsprecherin in einem Interview gesagt, es g\u00e4be nur in Ober\u00f6sterreich Ausschlusszonen \u2013 da stellt sich mir die Frage, ob Fachkenntnisse \u00fcberhaupt vorhanden sind. Denn es gibt selbst im Burgenland eine Zonierung, auch in Nieder\u00f6sterreich, in K\u00e4rnten sogar ein Bauverbot. Aber, wie gesagt, die Windkraft spielt eine Rolle, aber keine zentrale Rolle<strong>.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>\u00a0<\/strong><strong>&#8222;Auf Augenh\u00f6he mit der \u00d6VP&#8220;<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><strong>Anderes Thema: Derzeit geistern mehrere Umfragen durch die Politszene, die alle die FP\u00d6 in F\u00fchrung sehen. Wie sch\u00e4tzen Sie derzeit die Stimmung im Land ein? Glauben Sie, dass die FP\u00d6 auf Platz 1 ist?<\/strong><\/p>\n<p>Zum Glauben gehe ich in die Kirche, und ansonsten orientiere ich mich an Wahlergebnissen, und nur die sind relevant<strong>.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Also gar nicht geschmeichelt, dass die Umfragen gute Werte f\u00fcr die FP\u00d6 auswerfen?<\/strong><\/p>\n<p>Ich bin so lange in der Politik t\u00e4tig, habe sehr viele Umfragen und Sonntagsfragen gesehen. Ich wei\u00df, dass die FP\u00d6 im Jahr 2021 unter ihrem Wert geschlagen wurde, 2015 wurden wir vielleicht sogar ein bisschen \u00fcber unserem Wert geschlagen. Aber wir haben uns derart professionalisiert, mit einer ganz starken Bundespartei, mit einer Verankerung in diesem Bundesland \u2013 und ich bin sehr optimistisch, dass wir auf Augenh\u00f6he mit der \u00d6VP kommen werden. Umfragen, die uns in F\u00fchrung sehen, sehe ich sehr kritisch, denn am Ende z\u00e4hlt das Wahlergebnis. Ich mache meine Arbeit und freue mich, wenn diese Arbeit in Ober\u00f6sterreich positiv angenommen wird.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><strong>Es ist doch relativ wahrscheinlich, dass es 2027 auf ein Duell \u00d6VP gegen FP\u00d6 hinausl\u00e4uft. Was unterscheidet Sie pers\u00f6nlich eigentlich von Landeshauptmann Thomas Stelzer, denn Sie werden ja antreten, um Landeshauptmann zu werden, oder?<\/strong><\/p>\n<p>Ich bin \u00fcberhaupt nicht f\u00fcr ein Duell, denn ein Duell \u00fcberlebt immer nur einer. Das ist nicht recht gesund, und es w\u00e4re schade um uns beide. Aber der wichtigere Punkt ist, dass es nicht um mich geht. Wir m\u00fcssen mal wegkommen von dem, was wer werden will.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>\u00a0<\/strong><strong>&#8222;Bin Obmann und kein Pferd&#8220;<\/strong><\/p>\n<p><strong>Sehen Sie sich als das Zugpferd der FP\u00d6 in Ober\u00f6sterreich?<\/strong><\/p>\n<p><strong><br \/>\n<\/strong>Ich bin Obmann und kein Pferd. Ich bin zutiefst dem\u00fctig, da ich schon sehr viel in der Politik erlebt habe. In der Steiermark ist die FP\u00d6 sogar mal aus dem Landtag geflogen und Mario Kunasek hat gezeigt, dass man mit ehrlicher, dem\u00fctiger und anst\u00e4ndiger Arbeit sehr viel erreichen kann. Aber die Situation in Ober\u00f6sterreich ist eine andere, entscheidend ist nicht, was ich anstrebe, sondern was f\u00fcr das Land das Beste ist. Deswegen bin ich der Meinung, dass die zwei starken Parteien auch in Zukunft zusammenarbeiten sollen, das hat dem Land bisher gut getan.<\/p>\n<p><strong>F\u00fcr Sie war immer klar, der Erste der Landtagswahl stellt den Landeshauptmann, oder?<\/strong><\/p>\n<p>Wir haben das immer unterst\u00fctzt, auch als wir nicht in einer Koalition waren. Die Nummer eins ist die Nummer eins, und das muss man auch respektieren.<\/p>\n<p><strong>W\u00fcrden Sie das im Umkehrschluss genauso erwarten: Sollen Sie als Erster \u00fcber die Ziellinie gehen 2027, dass die \u00d6VP sie zum Landeshauptmann macht?<\/strong><\/p>\n<p>Ich wei\u00df nicht, was ich mir von anderen erwarte. Man kann in der Politik nur die Erwartungshaltung sich selbst gegen\u00fcber erf\u00fcllen \u2013 und gegen\u00fcber dem W\u00e4hler.<\/p>\n<p><em>Das Interview ist unter <a href=\"http:\/\/meinbezirk.at\/oberoesterreich\/c-politik\/lgbtq-bewegung-ist-sektiererei-und-verunsichert-familien_a7554878\">http:\/\/meinbezirk.at\/oberoesterreich\/c-politik\/lgbtq-bewegung-ist-sektiererei-und-verunsichert-familien_a7554878<\/a>\u00a0 am 4. September 2025 erschienen. <\/em><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;\t\t<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ober\u00f6sterreichs FP\u00d6-Chef und Landeshauptmann-Stellvertreter Manfred Haimbuchner spricht im MeinBezirk O\u00d6-Sommerinterview mit Chef-Red.-Stv. Thomas Kramesberger \u00fcber den Wohnbau, sein Familienbild, die geplanten Windkraftzonen in Ober\u00f6sterreich. Warum Haimbuchner &#8222;kein Pferd&#8220; ist, und weshalb er denkt, dass Verbund-Chef Michael Strugl unrecht hat, lesen Sie im Interview. 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