{"id":21625,"date":"2025-10-13T12:42:52","date_gmt":"2025-10-13T10:42:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fpoe-ooe.at\/?p=21625"},"modified":"2025-10-13T12:42:52","modified_gmt":"2025-10-13T10:42:52","slug":"stirbt-der-bauer-stirbt-das-land-oesterreichs-selbstversorgung-in-gefahr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fpoe-weisskirchen.at\/fpoeoe2023\/stirbt-der-bauer-stirbt-das-land-oesterreichs-selbstversorgung-in-gefahr\/","title":{"rendered":"\u201eStirbt der Bauer, stirbt das Land \u2013 \u00d6sterreichs Selbstversorgung in Gefahr\u201c"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t<em>Die \u00f6sterreichische Landwirtschaft steht an einem Wendepunkt: Erstmals gibt es 2025 ein Handelsdefizit von \u00fcber einer Milliarde Euro im Agrarsektor. W\u00e4hrend die Importe von Lebensmitteln steigen, sinkt die heimische Produktion \u2013 ein ernstes Warnsignal f\u00fcr die Versorgungssicherheit und wirtschaftliche Eigenst\u00e4ndigkeit des Landes. Gr\u00fcnde daf\u00fcr sind laut Kritik der FP\u00d6 die EU-B\u00fcrokratie, globale Handelsstrukturen und internationale Konzern\u00fcbernahmen. Besonders das geplante Mercosur-Abkommen gilt als Gefahr f\u00fcr die heimische Landwirtschaft. <\/em><\/p>\n<p>In Ober\u00f6sterreich allein sind in den letzten 30 Jahren 15.000 Landwirtschaftsbetriebe verschwunden \u2013 ein dramatischer Verlust im l\u00e4ndlichen Raum, der ganze Regionen trifft. Die Landwirtschaft sei durch B\u00fcrokratie, realit\u00e4tsfremde Auflagen, hohe Steuern, aber auch F\u00f6rders\u00fcmpfe in Gefahr.<\/p>\n<p>Die FP\u00d6 Ober\u00f6sterreich und die Freiheitliche Bauernschaft Ober\u00f6sterreich fordern daher eine R\u00fcckbesinnung auf die \u00f6sterreichische Werte: Heimische Schlachth\u00f6fe, Tiere und Lebensmittel m\u00fcssen in \u00f6sterreichischer Hand bleiben.\u00a0 \u00d6sterreichs Bauern sichern mit ihrer Arbeit gesunde Lebensmittel, eine gepflegte Kulturlandschaft und die Werte von Eigenst\u00e4ndigkeit, Ehrlichkeit und Qualit\u00e4t. Ein klares Nein kommt erneut zum Mercosur-Abkommen. Zudem fordert die FP\u00d6 ein Ende von Konzern\u00fcbernahmen und EU-\u00dcberregulierung sowie eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung und mehr Unterst\u00fctzung f\u00fcr heimische Produzenten.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong>FP\u00d6-Landesparteiobmann, Landeshauptmann-Stv. Dr. Manfred Haimbuchner bezeichnet das Abkommen als \u201eAngriff auf unsere Landwirtschaft, auf unsere Selbstversorgung und auf unsere Heimat\u201c. Er kritisiert, dass die EU bereit sei, die Zukunft b\u00e4uerlicher Familienbetriebe zu opfern, um Gro\u00dfindustrien Exportchancen zu bieten. Haimbuchner fordert stattdessen eine \u201eLandwirtschaft, die frei, regional und unabh\u00e4ngig ist\u201c, damit sich \u00d6sterreich selbst versorgen kann \u2013 \u201emit heimischen Produkten, aus heimischer Produktion, von heimischen Betrieben\u201c. Auch Dr. Arthur Kroismayr, Obmann der Freiheitlichen Bauernschaft, beschreibt in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Haimbuchner die Stimmung am Land als \u201ebesorgt, vielfach auch verzweifelt\u201c. Viele Bauern arbeiteten \u201esieben Tage die Woche, oft sechzehn Stunden t\u00e4glich\u201c, ohne zu wissen, ob sie weitermachen k\u00f6nnen. Er warnt: \u201eWenn die Landwirtschaft stirbt, stirbt das Land\u201c, und fordert, dass \u201eunsere Schlachth\u00f6fe in \u00f6sterreichische H\u00e4nde geh\u00f6ren, unsere Tiere auf \u00f6sterreichische H\u00f6fe und unsere Lebensmittel auf \u00f6sterreichische Teller\u201c.<\/p>\n<ol>\n<li><strong>Internationales Versagen<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Die Lage der \u00f6sterreichischen Landwirtschaft ist ernst: Immer mehr Bauern- und Schlachth\u00f6fe m\u00fcssen schlie\u00dfen \u2013 mit Folgen f\u00fcr ganze Regionen. Arbeitspl\u00e4tze, Nahversorger und das soziale Gef\u00fcge am Land gehen verloren. Dadurch ger\u00e4t auch die Selbstversorgung \u00d6sterreichs in Gefahr. Diese Entwicklungen sind das Ergebnis jahrelanger Fehlentscheidungen auf europ\u00e4ischer und globaler Ebene.<\/p>\n<p><em><u>Europ\u00e4ische Union<\/u><\/em><\/p>\n<p>Die EU zwingt Bauern im Rahmen des \u201eGreen Deal\u201c zu Fl\u00e4chenstilllegungen, Produktionsbeschr\u00e4nkungen und unrealistischen Auflagen, w\u00e4hrend gleichzeitig Billigimporte zunehmen \u2013 ein klarer Widerspruch. Trotz hoher Nachfrage nach heimischen Qualit\u00e4tslebensmitteln kann dieser Markt wegen \u00fcberm\u00e4\u00dfiger B\u00fcrokratie, strenger Auflagen und nationaler \u00dcbererf\u00fcllung von EU-Vorgaben kaum bedient werden. \u00d6sterreich blockiert sich damit selbst, w\u00e4hrend andere L\u00e4nder die Regeln pragmatischer umsetzen.<\/p>\n<ul>\n<li>\u00d6sterreich hat beim Gefl\u00fcgel weit strengere Haltungsregeln als die EU verlangt. Die Folge ist, dass die heimische Produktion zur\u00fcckgeht, w\u00e4hrend allerdings gleichzeitig, aufgrund des Konsums mehr importiert werden muss \u2013 das ist der Inbegriff von Abh\u00e4ngigkeit.<\/li>\n<li>Noch besorgniserregender ist die Situation bei Schwein und Rind.<br \/>\nDie Schlachtkapazit\u00e4ten sinken laufend \u2013 bei Rindern um mehr als 10 Prozent in den vergangenen sieben Jahren.<\/li>\n<\/ul>\n<p><em><u>Mercosur-Abkommen<\/u><\/em><\/p>\n<p>Internationale Konzerne kaufen zunehmend \u00f6sterreichische Schlachth\u00f6fe, um die Kontrolle \u00fcber die gesamte Wertsch\u00f6pfungskette zu erlangen. Durch Abkommen wie Mercosur werden Billigimporte aus S\u00fcdamerika gef\u00f6rdert \u2013 produziert unter deutlich niedrigeren Umwelt- und Sozialstandards. Diese Entwicklung und die Konzern\u00fcbernahmen h\u00e4ngen zusammen: W\u00e4hrend billige Agrarprodukte nach Europa str\u00f6men, \u00fcbernehmen internationale Firmen heimische Betriebe. Eine Greenpeace-Recherche zeigte zuletzt, dass sogar Rindfleisch aus illegaler Haltung im Amazonas in europ\u00e4ischen Superm\u00e4rkten landet.<\/p>\n<p>Zitat aus einem entsprechenden Zeitungsbericht:<\/p>\n<p><em>\u201eBevor die Tiere von dort verkauft werden, werden sie auf eine benachbarte, legale Farm des gleichen Besitzers gekarrt und bekommen neue Dokumente. Anschlie\u00dfend werden sie von JBS, dem global gr\u00f6\u00dften Fleischkonzern, in alle Welt verfrachtet.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Durch Mercosur werden sich derartige Praktiken noch weiter intensivieren. Am Ende werden etwa beim Rindfleisch nur die Teile des Rinds aus Brasilien und Argentinien importiert, mit denen sich Geld verdienen l\u00e4sst. Das setzt unsere Bauern zus\u00e4tzlich unter Druck &#8211; die regionale Landwirtschaft wird systematisch entwertet.<\/p>\n<ul>\n<li><strong>2. Nationales Versagen\u00a0<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Seit unserem EU-Beitritt hat sich die Zahl der land- und forstwirtschaftlichen Betriebe in \u00d6sterreich um mehr als ein Drittel verringert. Allein in Ober\u00f6sterreich sind \u00fcber 15.000 Bauernh\u00f6fe verschwunden. Das hei\u00dft, dass jede dritte b\u00e4uerliche Familie aufgegeben musste. Die \u00fcbrigen k\u00e4mpfen ums \u00dcberleben \u2013 gegen steigende Kosten, gegen ruin\u00f6se Preise, gegen eine B\u00fcrokratie, die jedes Jahr neue Vorschriften hervorbringt, und gegen politische Entscheidungen, die ihre Lebensgrundlage zerst\u00f6ren. Ein Betrieb, der fr\u00fcher zwei Familien ern\u00e4hrte, reicht heute oft nicht mehr f\u00fcr eine &#8211; der Aufwand steigt, die Ertr\u00e4ge sinken.<\/p>\n<p><em><u>Steuern und F\u00f6rders\u00fcmpfe<\/u><\/em><\/p>\n<p>Seit dem EU-Beitritt hat \u00d6sterreich \u00fcber ein Drittel seiner land- und forstwirtschaftlichen Betriebe verloren \u2013 allein in Ober\u00f6sterreich mehr als 15.000 H\u00f6fe. Die verbleibenden Bauern k\u00e4mpfen mit steigenden Kosten, niedrigen Preisen, \u00fcberm\u00e4\u00dfiger B\u00fcrokratie und politischen Fehlentscheidungen. Ein Betrieb, der fr\u00fcher zwei Familien ern\u00e4hrte, reicht heute oft nicht mehr f\u00fcr eine. Die AMA-Beitr\u00e4ge wirken wie eine versteckte Steuer, und komplizierte F\u00f6rderantr\u00e4ge benachteiligen kleine Betriebe. Dadurch \u00fcberleben vor allem gro\u00dfe Strukturen \u2013 das Gegenteil dessen, was \u00d6sterreich stark gemacht hat. Weil Billigimporte den Markt \u00fcberschwemmen, verlieren heimische Bauern ihre Abnehmer. Das f\u00fchrt zum Aussterben regionaler Betriebe und ganzer D\u00f6rfer. Ein Beispiel ist der US-Konzern OSI, der \u00f6sterreichische Betriebe wie Alpenrind und Grandits \u00fcbernommen hat. Diese \u00dcbernahmen zeigen eine schleichende Macht\u00fcbernahme globaler Investoren.<\/p>\n<p>Die Forderung lautet klar: \u00d6sterreichische Schlachth\u00f6fe, Tiere und Lebensmittel m\u00fcssen in \u00f6sterreichischer Hand bleiben.<\/p>\n<p>Nur eine R\u00fcckbesinnung auf die \u00f6sterreichischen Werte kann diesen Entwicklungen effektiv entgegenwirken:<\/p>\n<ul>\n<li>Regionalit\u00e4t statt Globalisierung.<\/li>\n<li>Faire Preise statt Dumpingimporte<\/li>\n<li>Eigenst\u00e4ndigkeit statt Konzernabh\u00e4ngigkeit<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der l\u00e4ndliche Raum ist kein Museum, sondern ein lebendiger Wirtschaftsraum. Wenn er aufgegeben wird, verliert \u00d6sterreich nicht nur Arbeitspl\u00e4tze \u2013 \u00d6sterreich verliert seine Identit\u00e4t. Eine funktionierende Landwirtschaft ist ein Bestandteil der wirtschaftlichen Landesverteidigung &#8211; wenn wir uns bei Lebensmitteln von anderen abh\u00e4ngig machen, dann geben wir einen Teil unserer Souver\u00e4nit\u00e4t ab.<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Freiheitliche Forderungen <\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Unsere Bauern sichern gesunde Lebensmittel, pflegen die Kulturlandschaft und erhalten das, was \u00d6sterreich stark gemacht hat: Eigenst\u00e4ndigkeit, Ehrlichkeit und Qualit\u00e4t. Wer sie aufgibt, gef\u00e4hrdet die Versorgungssicherheit unseres Landes und zerst\u00f6rt das Fundament der Heimat. Daher fordert die FP\u00d6:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Ein klares Nein zum Mercosur-Abkommen<\/strong><\/li>\n<li><strong>Einen sofortigen Stopp weiterer \u00dcbernahmen \u00f6sterreichischer Schlachth\u00f6fe durch internationale Konzerne<\/strong><\/li>\n<li><strong>Ein Ende des Gold-Plating und der \u00fcberzogenen EU-B\u00fcrokratie<\/strong><\/li>\n<li><strong>Eine verpflichtende, durchg\u00e4ngige Herkunftskennzeichnung<\/strong><\/li>\n<li><strong>Eine Politik, die wieder auf die Produzenten schaut \u2013 nicht auf die Importeure<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Hier geht es zum Video von der Pressekonferenz <a href=\"https:\/\/youtu.be\/l-LBr5PqtRs\">https:\/\/youtu.be\/l-LBr5PqtRs<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;\t\t<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die \u00f6sterreichische Landwirtschaft steht an einem Wendepunkt: Erstmals gibt es 2025 ein Handelsdefizit von \u00fcber einer Milliarde Euro im Agrarsektor. 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