{"id":21787,"date":"2025-12-03T13:57:52","date_gmt":"2025-12-03T12:57:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fpoe-ooe.at\/?p=21787"},"modified":"2025-12-03T13:57:52","modified_gmt":"2025-12-03T12:57:52","slug":"vfgh-urteil-veraendert-staatsbuergerschaftsrecht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fpoe-weisskirchen.at\/fpoeoe2023\/vfgh-urteil-veraendert-staatsbuergerschaftsrecht\/","title":{"rendered":"VfGH-Urteil ver\u00e4ndert Staatsb\u00fcrgerschaftsrecht"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t<strong>Haimbuchner: Unt\u00e4tigkeit der Bundesregierung erleichtert ungewollt Zugang zur Staatsb\u00fcrgerschaft<\/strong><\/p>\n<p><em>Der Verfassungsgerichtshof (VfGH) hat im November 2024 eine zentrale Bestimmung des Staatsb\u00fcrgerschaftsgesetzes aufgehoben: Konkret ging es um den automatischen Ausschluss von der Verleihung der \u00f6sterreichischen Staatsb\u00fcrgerschaft, wenn ein Fremder wegen einer Verwaltungs\u00fcbertretung nach dem Fremdenpolizeigesetz zu einer Geldstrafe von mindestens 1.000 Euro rechtskr\u00e4ftig verurteilt wurde. Der VfGH stellte fest, dass dieser starre Ausschlusstatbestand verfassungswidrig ist, weil er das Sachlichkeitsgebot verletzt und zu unsachlichen Ungleichbehandlungen f\u00fchrt. Die Bundesregierung erhielt daraufhin eine einj\u00e4hrige Reparaturfrist \u2013 nutzte diese jedoch nicht, wodurch der betroffene Tatbestand mit 31. Dezember 2025 automatisch au\u00dfer Kraft tritt.<\/em><\/p>\n<p>Der Landesparteiobmann der FP\u00d6 Ober\u00f6sterreich, Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Manfred Haimbuchner, sieht darin ein sicherheitspolitisches und staatspolitisches Versagen: \u201eDie Entscheidung des VfGH war in ihrer Begr\u00fcndung durchaus erwartbar. Wenn der Verfassungsgerichtshof mangels sachlicher Rechtfertigung eine Ungleichbehandlung als verfassungswidrig einstuft, entspricht das der st\u00e4ndigen Rechtsprechung. Dennoch war die betreffende Bestimmung eine wichtige Grundlage im Vollzug.\u201c Haimbuchner kritisiert insbesondere, dass es sich bei der aufgehobenen Regelung um ein wesentliches Instrument handelte, um Personen von der Staatsb\u00fcrgerschaft auszuschlie\u00dfen, die sich nicht an die \u00f6sterreichische Rechtsordnung halten. \u201eAusl\u00e4ndern, die unsere Rechtsordnung offensichtlich nicht respektierten wollen, konnte so der Zugang zur \u00f6sterreichischen Staatsb\u00fcrgerschaft verwehrt werden\u201c, erkl\u00e4rt der stellvertretende Bundesparteiobmann der FP\u00d6.<\/p>\n<p>Umso unverst\u00e4ndlicher sei f\u00fcr ihn, dass \u00d6VP, SP\u00d6 und NEOS die vom VfGH einger\u00e4umte Reparaturfrist tatenlos verstreichen lie\u00dfen. \u201eObwohl es ohne weiteres m\u00f6glich gewesen w\u00e4re, diese Gesetzesstelle verfassungskonform auszugestalten, hat man nichts unternommen\u201c, so Haimbuchner. Mit 31. Dezember 2025 entf\u00e4llt daher der bislang g\u00fcltige Abweisungsgrund: Eine einzige Verwaltungs\u00fcbertretung mit einer Geldstrafe von \u00fcber 1.000 Euro kann k\u00fcnftig nicht mehr automatisch zur Verweigerung der Staatsb\u00fcrgerschaft f\u00fchren. Haimbuchner sieht darin ein fatales Signal: \u201eUnsere Staatsb\u00fcrgerschaft verdient Respekt. Sie ist Ausdruck der Verbundenheit zu unserer Heimat, zu unserer Kultur und zu unserem Volk. Offensichtlich sieht die Bundesregierung das nicht so \u2013 anders ist diese Unt\u00e4tigkeit nicht zu erkl\u00e4ren.\u201c \u00d6sterreich brauche funktionierende gesetzliche Instrumente, um Fehlverhalten konsequent zu sanktionieren und die Staatsb\u00fcrgerschaft nur jenen zu verleihen, die die \u00f6sterreichische Rechtsordnung achten. \u201eDas Gegenteil wurde jetzt bewirkt: Durch Unt\u00e4tigkeit wird der Zugang zur Staatsb\u00fcrgerschaft ungewollt erleichtert\u201c, so der FP\u00d6-Landesparteichef abschlie\u00dfend.\t\t<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Haimbuchner: Unt\u00e4tigkeit der Bundesregierung erleichtert ungewollt Zugang zur Staatsb\u00fcrgerschaft Der Verfassungsgerichtshof (VfGH) hat im November 2024 eine zentrale Bestimmung des Staatsb\u00fcrgerschaftsgesetzes aufgehoben: Konkret ging es um den automatischen Ausschluss von der Verleihung der \u00f6sterreichischen Staatsb\u00fcrgerschaft, wenn ein Fremder wegen einer Verwaltungs\u00fcbertretung nach dem Fremdenpolizeigesetz zu einer Geldstrafe von mindestens 1.000 Euro rechtskr\u00e4ftig verurteilt wurde. 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