{"id":22021,"date":"2026-03-16T08:21:06","date_gmt":"2026-03-16T07:21:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fpoe-ooe.at\/?p=22021"},"modified":"2026-03-16T08:21:06","modified_gmt":"2026-03-16T07:21:06","slug":"krone-interview-zu-wenig-bundesland-haimbuchner-rechnet-mit-orf-ab-beschaemend","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fpoe-weisskirchen.at\/fpoeoe2023\/krone-interview-zu-wenig-bundesland-haimbuchner-rechnet-mit-orf-ab-beschaemend\/","title":{"rendered":"KRONE-Interview &#8211;  Zu wenig Bundesland: Haimbuchner rechnet mit ORF ab: \u201eBesch\u00e4mend\u201c"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t<em>Ober\u00f6sterreichs FP\u00d6-Chef Manfred Haimbuchner teilt im \u201eKrone\u201c-Interview gegen den ORF aus, kritisiert den Umgang mit der Berichterstattung aus den Bundesl\u00e4ndern, kann sich einen U-Ausschuss vorstellen \u2013 und verr\u00e4t au\u00dferdem, warum er trotz R\u00fcckenwind keine absolute Mehrheit will. Das Gespr\u00e4ch f\u00fchrten Lisa Stockhammer und Nikolaus Frings.<\/em><\/p>\n<p><em>Rund eineinhalb Jahre vor der bereits jetzt mit Spannung erwarteten Landtagswahl in Ober\u00f6sterreich sprach FP\u00d6-Landesparteichef Manfred Haimbuchner mit der \u201eKrone\u201c ausf\u00fchrlich \u00fcber seine politischen Pl\u00e4ne. Die Causa rund um Landsmann und Ex-ORF-General Roland Wei\u00dfmann will Haimbuchner im Detail zwar nicht kommentieren, wohl aber die blauen Reformpl\u00e4ne f\u00fcr den Rundfunk.<\/em><\/p>\n<p><strong>\u201eKrone\u201c: 2027 steht die Landtagswahl an. Angenommen, die FP\u00d6 wird stimmenst\u00e4rkste Partei: Gibt es dann einen Landeshauptmann Manfred Haimbuchner oder einen Kompromiss mit der \u00d6VP?<\/strong><br \/>\n<strong>Manfred Haimbuchner:<\/strong> Es ist grunds\u00e4tzlich so, dass der W\u00e4hler am Wort ist und dass wir immer der Meinung waren, dass die st\u00e4rkste Partei im Bundesland den Landeshauptmann stellen soll. Das war f\u00fcr uns \u00fcberhaupt nie eine Diskussion, auch wenn wir in Opposition waren. Und die st\u00e4rkste Partei soll auch mit der zweitst\u00e4rksten Partei zusammenarbeiten.<\/p>\n<p><strong>Also w\u00fcrden Sie gerne Landeshauptmann werden?<\/strong><br \/>\n<strong>Manfred Haimbuchner:<\/strong> Nein. Was ich will, ist jetzt nicht das Relevante. Nat\u00fcrlich streben wir die Nummer eins an, das ist klar. Und wenn das der W\u00e4hler entscheidet, dann ist es, wie gesagt, auch klar, dass die stimmenst\u00e4rkste Partei den Landeshauptmann stellen soll.<\/p>\n<blockquote><p>Es ist so, dass der W\u00e4hler am Wort ist und dass wir immer der Meinung waren, dass die st\u00e4rkste Partei im Bundesland den Landeshauptmann stellen soll.<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Welche Ressorts h\u00e4tte die FP\u00d6 gerne nach der Wahl?<\/strong><br \/>\n<strong>Manfred Haimbuchner:<\/strong> Ich m\u00f6chte heute, \u00fcber ein Jahr vor der Wahl, niemandem ausrichten, welche Ressorts wir f\u00fchren wollen. Das ist immer Verhandlungssache.<\/p>\n<p><strong>Innerhalb der O\u00d6VP wird immer lauter kritisiert, dass man sich zu wenig von der FP\u00d6 abgrenze. Nehmen Sie eine gr\u00f6\u00dfere Distanz wahr?<\/strong><br \/>\n<strong>Manfred Haimbuchner:<\/strong> Wir haben ein gutes Verh\u00e4ltnis. Das ist eher so eine Funktion\u00e4rskrankheit, wenn Umfragen nicht ganz so gut laufen, dass dann Nervosit\u00e4t eintritt. Das ist menschlich und logisch erkl\u00e4rbar. Am Ende muss zusammengearbeitet werden.<\/p>\n<p><strong>Der neue Vorsitzende der SP\u00d6 Ober\u00f6sterreich, Martin Winkler, hat nicht ausgeschlossen, nach der Wahl mit der FP\u00d6 zu koalieren. Wie stehen Sie dazu?<\/strong><br \/>\n<strong>Manfred Haimbuchner:<\/strong> Ich bin ein Bef\u00fcrworter der Koalition von FP\u00d6 und \u00d6VP. Es ist die Frage, wer f\u00fcr die SP\u00d6 nach der Wahl \u00fcberhaupt in der Regierung sitzt. Es wurde zuletzt in Ober\u00f6sterreich im Schnitt alle zwei Jahre der Vorsitzende ausgetauscht. Winkler ist jetzt auch Stellvertreter von Andreas Babler geworden. Ich wei\u00df nicht, ob das ein positives Zeichen einer Zusammenarbeit ist, wenn man sich zur Verf\u00fcgung stellt, mit solchen Utopisten zusammenzuarbeiten.<\/p>\n<p><strong>Also rechnen Sie mit keiner langen Karriere von Martin Winkler in der Politik?<\/strong><br \/>\n<strong>Manfred Haimbuchner:<\/strong> Ich rechne grunds\u00e4tzlich mit \u00fcberhaupt keiner Karriere mehr in der Sozialdemokratie, weil sie ihren Weg zu Ende gegangen ist.<\/p>\n<p><strong>Neben dem Landtag wird auch auf Gemeindeebene gew\u00e4hlt. Wie viele B\u00fcrgermeister glauben Sie, dass die FP\u00d6 nach der Wahl stellt?<\/strong><br \/>\n<strong>Manfred Haimbuchner:<\/strong> Ich gehe davon aus, dass wir \u00fcber 20 B\u00fcrgermeister haben werden.<\/p>\n<blockquote><p>Was ich sicherlich bin, ist ein enger Mitstreiter von Herbert. Ich sch\u00e4tze seine Arbeit sehr, er ist ein sehr guter Stratege, verfolgt die Ziele ganz klar.<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Sie gelten nicht als engster Vertrauter von Bundesparteiobmann Herbert Kickl. Wo unterscheiden Sie sich?<\/strong><br \/>\n<strong>Manfred Haimbuchner:<\/strong> Was ich sicherlich bin, ist ein enger Mitstreiter von Herbert. Ich sch\u00e4tze seine Arbeit sehr, er ist ein sehr guter Stratege, verfolgt die Ziele ganz klar. Die Unterschiede sind klar: Ich komme aus der Ebene des Gemeinderats, also ich habe die Politik anders kennengelernt und habe sehr oft einen pragmatischen Zugang, den man aber auch nicht immer haben muss.<\/p>\n<p><strong>Kickl hat im \u201eKrone\u201c-Interview gesagt, er spreche mit einer \u201eSchatten-\u00d6VP\u201c. Sprechen Sie mit dieser auch?<\/strong><br \/>\n<strong>Manfred Haimbuchner:<\/strong> Ich rede grunds\u00e4tzlich mit allen. Ich bin auch schon bei Geburtstagsfeiern des politischen Mitbewerbers eingeladen gewesen, also au\u00dferhalb der \u00d6VP, auch aus dem linken Spektrum. Da haben sich manche gewundert, wie das \u00fcberhaupt funktionieren kann. Rechnen Sie im Bund mit Neuwahlen und wenn ja, wie w\u00fcrden diese ausgehen? Derzeit nicht unbedingt. Ich gehe davon aus, dass wir in Richtung 40 Prozent gehen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>W\u00e4re eine absolute Mehrheit f\u00fcr Sie denkbar?<\/strong><br \/>\n<strong>Manfred Haimbuchner:<\/strong> Wissen Sie, ich bin eigentlich \u00fcberhaupt kein Freund von absoluten Mehrheiten. Ich bin schon einer, der davon ausgeht, dass Leute zusammenarbeiten sollten.<\/p>\n<p><strong>Ein Wechsel nach Wien ist f\u00fcr sie noch immer kein Thema?<\/strong><br \/>\n<strong>Manfred Haimbuchner:<\/strong> Nein, mein Platz ist in Ober\u00f6sterreich.<\/p>\n<p><strong>Sie gelten auch als Weggef\u00e4hrte und Unterst\u00fctzer von Norbert Hofer, der jetzt politisch abgetaucht ist. Finden Sie das schade?<\/strong><br \/>\n<strong>Manfred Haimbuchner:<\/strong> Der Norbert Hofer hat immer gesagt, er wird nicht ewig in der Politik sein. Und das ist nat\u00fcrlich auch zu respektieren.<\/p>\n<p><strong>Aktuell beherrscht der Skandal rund um ORF-Generaldirektor Roland Wei\u00dfmann die Schlagzeilen. Wie k\u00f6nnte man den ORF entpolitisieren?<\/strong><br \/>\n<strong>Manfred Haimbuchner:<\/strong> Die Frage ist, ob tats\u00e4chlich eine Entpolitisierung stattfinden kann bei einem Unternehmen, wo man das Gef\u00fchl hat, dass 80 bis 90 Prozent der Redakteure einen ganz klar linken Auftrag verfolgen. Man muss sich auch fragen, warum der ORF drei Sender betreibt, auf denen amerikanische Serien laufen. Und die Landesstudios versucht man auszuhungern \u2013 nicht einmal eine halbe Stunde Fernsehberichterstattung t\u00e4glich f\u00fcr ein Bundesland halte ich f\u00fcr besch\u00e4mend. Also wenn der ORF seinem \u00d6ffentlichkeitsauftrag nachkommen will, dann muss es hier eine ganz klare f\u00f6derale Schwerpunktsetzung geben.<\/p>\n<blockquote><p>Man muss sich auch fragen, warum der ORF drei Sender betreibt, auf denen amerikanische Serien laufen.<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Was halten Sie von einem U-Ausschuss zum ORF?<\/strong><br \/>\n<strong>Manfred Haimbuchner:<\/strong> Gute Idee. Das ist Entscheidung des Parlamentsklubs, aber ich kann dem was abgewinnen. Wichtiger ist mir aber, dass man erst einmal die Haushaltsabgabe abschafft.<\/p>\n<p><strong>Was sagen Sie dazu, dass es laut Statistik Austria in Wels, Linz und Traun mehr Kinder mit Deutschproblemen als in Wien gibt?<\/strong><br \/>\n<strong>Manfred Haimbuchner:<\/strong> Ich nehme diese Statistik zur Kenntnis, wobei man schon einmal schauen muss, wie diese zustande kommt. Weil ich kann mir nicht vorstellen, dass in Wien irgendwas besser ausschaut. Da muss man nur mit offenen Augen durch die Stra\u00dfe gehen.<\/p>\n<p><strong>Das Gesundheitssystem in Ober\u00f6sterreich krankt, OP-Wartezeiten werden immer l\u00e4nger. Was l\u00e4uft hier schief?<\/strong><br \/>\n<strong>Manfred Haimbuchner:<\/strong> Wir haben eine absolute Spitzenmedizin, aber die breite Versorgung hat massive M\u00e4ngel \u2013 auch, weil die Gesundheitskasse ihren Verpflichtungen nicht nachkommt. Wenn wir k\u00fcrzere Wartezeiten wollen, dann m\u00fcssen wir daf\u00fcr Sorgen, dass der niedergelassene Bereich funktioniert.<\/p>\n<p><strong>Im Kepler Uniklinikum und in der Gesundheitsholding stehen personelle Ver\u00e4nderungen an. Immer wieder f\u00e4llt der Name Meinhard Lukas. Was halten Sie davon?<\/strong><br \/>\n<strong>Manfred Haimbuchner:<\/strong> Dazu will ich mich gar nicht \u00e4u\u00dfern. Das ist ein gro\u00dfer Schaden, dass man hier st\u00e4ndig Themen in die \u00d6ffentlichkeit zieht. Ich mische mich in diese Bestellung nicht ein. Der Herr Kollege Lukas ist mittlerweile der Experte f\u00fcr alles in Ober\u00f6sterreich. Aber es steht jedem frei, sich \u00fcberall zu bewerben.<\/p>\n<p><strong>Das Land investiert hohe Summen in den Kasberg und den Linzer Flughafen. Ist das gerechtfertigt?<\/strong><br \/>\n<strong>Manfred Haimbuchner:<\/strong> Das sind durchaus politische Entscheidungen. Beim Kasberg ist es wichtig, dass diese Infrastruktur nicht verloren geht. Niemand wird mehr woanders einen Skilift bauen. Und beim Flughafen muss man als Industriestandort schon den Anspruch von Flugverbindungen in die Welt haben.<\/p>\n<p><strong>Politische Gegner sehen die Verbindung Linz \u2013 Frankfurt als \u201eManager-Shuttle\u201c.<\/strong><br \/>\n<strong>Manfred Haimbuchner:<\/strong> Das halte ich f\u00fcr so eine \u00dcberschrift. Ist das abwertend gemeint? Es ist doch wichtig, dass der Flughafen von Leuten genutzt wird, die halt was zu arbeiten haben.<\/p>\n<p><strong>W\u00e4re der Kasberg auch gerettet worden, wenn n\u00e4chstes Jahr keine Wahl w\u00e4re?<\/strong><br \/>\n<strong>Manfred Haimbuchner:<\/strong> Der Kasberg w\u00e4re schon vor zehn Jahren von mir gerettet worden.<\/p>\n<p><strong>Vor f\u00fcnf Jahren haben Sie eine schwere Corona-Infektion nur knapp \u00fcberlebt. Wie denken Sie heute dar\u00fcber?<\/strong><br \/>\n<strong>Manfred Haimbuchner:<\/strong> F\u00fcr mich scheint es so, als w\u00e4re das vor Ewigkeiten gewesen. Der Jahrestag kommt jetzt bald, ich hab das auch in meinem Kalender. Man muss immer nach vorne blicken und positiv denken. Es ist vieles schaffbar, was man vielleicht vorher nicht geglaubt hat \u2013 und das Leben ist sch\u00f6n.<\/p>\n<p><em>Das Interview ist am 14. M\u00e4rz 2026 erschienen.<\/em>\t\t<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ober\u00f6sterreichs FP\u00d6-Chef Manfred Haimbuchner teilt im \u201eKrone\u201c-Interview gegen den ORF aus, kritisiert den Umgang mit der Berichterstattung aus den Bundesl\u00e4ndern, kann sich einen U-Ausschuss vorstellen \u2013 und verr\u00e4t au\u00dferdem, warum er trotz R\u00fcckenwind keine absolute Mehrheit will. Das Gespr\u00e4ch f\u00fchrten Lisa Stockhammer und Nikolaus Frings. 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